Das iPad Pro – Endlich erwachsen

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Seit Jahren versucht Apple die Welt davon zu überzeugen, dass das iPad Pro ein Werkzeug für professionelle Anwender ist. Mit dem aktuellen iPad Pro hat Apple ein paar gute Argumente für diese Sichtweise geliefert.

Apple dominiert mit seinem iPad den Markt der Tablets wie kaum einen Anderer. Fast wirkt es so, als wenn Apple das einzige Unternehmen ist, dass noch immer ernsthaft Tablets herstellt. Einzig Microsoft baut mit dem Sufrace und Surface Pro erfolgreich Geräte in diesem Formfaktor.
Doch Apple geht in diesem Jahr einen mächtigen Schritt voraus.
Seit dem iPad 2 im Jahr 2011 hat sich das Designd er iPads kaum verändert. Jetzt aber passiert dem iPad Pro, was dem iPhone im letzten Jahr passiert ist. Ganz nebenbei wird das Pro auch noch mehr Pro und öffnet sich für eine neue Welt.

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Die offensichtlichste Neuerung in der neuen iPad Pro-Linie dürfte das neue Design sein. Auch beim iPad stirbt nun der Homebutton. Die Ränder an allen Seiten werden auf ein Minimum reduziert und TouchID weicht FaceID. Anders als beim iPhone lässt sich FaceID aber auch horizontal nutzen. Das neue Design kommt zudem deutlich eckiger daher als das bisherige Design. So sind die Seitenwände des iPads nicht mehr abgerundet sondern erinnern ein wenig an das iPhone 5 Design. Mit 5,9 Millimeter an Dicke ist das neue iPad Pro zudem das dünnste iPad, dass Apple jemals produziert hat.

Beim Display setzt Apple auf ein Liquid Retina Display, das auch im iPhone XR verbaut ist. Das erlaubt Apple auch das Display weit in die Ecken zu ziehen und diese dort abzurunden. Das kleinere der iPad Pros bietet mit 11 Zoll zudem ein größeres Display, das auch eine höhere Auflösung bietet, ohne insgesamt größer zu werden. Das größere iPad Pro bleibt bei einer Displaygröße von 12,9 Zoll, wird aber insgesamt kleiner und handlicher. Trotz der eneuen Display-Technologie unterstützen die iPad Pros weiterhin die TrueTone-Technik, mit der sich das iPad an die Lichtverhältnisse der Umgebung anpasst und ProMotion, kann also 120 Bilder pro Sekunde für extrem geschmeidige Bewegungen anzeigen.

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Im Innerne des iPad Pros arbeitet der brandneue A12X Bionic Prozessor. Dieser ist eine größere und stärkere Version des A12 Prozessors, der im iPhone XS und XR arbeitet. Der A12X besitzt allerdings eine deutlich potentere Grafikeinheit und auch doppelt so viele Performance-Kerne. Apple gibt an, dass die neuen iPad Pros 35% schneller als die Vorgänger sind, wenn man einen Kern auslastet und ganze 90%, wenn man alle Kerne nutzt. Bei Geekbench würde das auf eine Punktzahl um die 5300 als Single Core Score und unfassbare 17700 im Multi Core Score hinaus laufen. Bei der Grafikeinheit sollen die Sprünge sogar noch größer sein.

Apple gibt an, dass die neuen iPad Pros gleich doppelt so schnell wie die bereits potenten Vörgänger sind. Laut Apple ist das iPad Pro schneller als 92% der Laptops, die im letzten Jahr verkauft wurden. Sollten Apples Angaben zur Perfomance des A12X stimmen klingt diese Aussage nicht unrealistisch. Die gezeigten Demos waren zumindest extrem beindruckend. So zeigte 2K-Games eine vollwertige Portierung des Basketball-Spiels 2K19, das optisch mit den Versionen auf der Xbox und der Playstation mithalten konnte. Adobe, die bereits angekündigt hatten, dass sie das volle Photoshop im nächsten Jahr auf das iPad bringen wollen, zeigten eine Demo mit einer Auflösung von 10000×10000 Pixeln und über 150 Ebenen, bei der das iPad flüssig lief.

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Neben dem neuen Design und neuen Prozessor verbaut Apple zum ersten Mal USB-C in einem iPad. Dieser Anschluss macht das iPad Pro zum ersten Mal zu einem Gerät, dass sich glaubhaft auch an professionelle Anwender wenden kann. Dafür muss allerdings der bisher verbaute Lightning-Anschluss weichen. Der neue USB-Anschluss, der auch in allen Macs verbaut ist, bietet einen ganzen Fächer an neuen Möglichkeiten. Neben dem Laden des iPads, lassen sich per USB-C auch externe Monitore mti einer Auflösung von bis zu 5K an das iPad anschließen. Wer viel fotografiert soll zudem seine Kamera direkt an das iPad anschließen können. Sehr cool ist die Möglichkeit, dass man vom iPad aus auch externe Geräte, wie sein Handy, laden kann. Unklar bleibt, ob die neuen iPads auch mit externen Festplatten klar kommen. Apple selbst konnte mir nur bestätigen, dass SD-Karten unterstützt sind. Die Unterstützung von externen Festplatten über USB-C sei aber „sehr wahrscheinlich“.

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Zum Start der neuen iPad Pros wird Apple auch eine neue Version des Apple Pencils veröffentlichen. Diese bietet gleich mehrere Vorteile. So sind die Zeiten des bescheuerten Ladens am Lightningport des iPads vorbei. Stattdessen besitzen die neuen iPads einen magnetischen Anschluss an der Seite, an dem der neue Apple Pencil Halt findet und gleichzeitig drahtlos laden kann. Ähnlich der Airpods, reagiert der neue Pencil auch auf Antippen. Ein doppeltes Antippen wechselt in der Notizen-App zum Beispiel zum Radierer. Entwickler können mit der Funktion aber auch andere Aktionen auslösen.
Der SmartConnector, an dem Apple seine iPad-Tastatur anschließt, ist von der Seite auf den Rücken des iPad Pros gewandert. Das soll für einen besseren Halt des iPads sorgen und erlaubt es das iPad zum Tippen in zwei unterschiedlichen Stellungen auszurichten.
Ebenfalls neu sind die Lautsprecher. Anstatt bisher zwei Hochtöner und zwei Tieftöner zu verbauen, verdoppelt Apple mit dem neuen iPad Pro die Anzahl der Lautsprecher. Gleichzeitig sind beeindruckende vier Mikrofone verbaut um einer bessere Sprachqualität bei den neuen Gruppen-Facetime Anrufen zu ermöglichen.

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Insgesamt hat Apple also das iPad Pro von Grund auf neu erdacht. Die reine Leistung des iPad Pros hebt das Gerät auf eine neue Stufe und das neue Design gefällt mir zumindest sehr. Für mich ist die beste Neuerung aber der USB-C Anschluss. Die Möglichkeiten nun an einem großen Monitor zu arbeiten, Kameras direkt anzuschließen und eventuell auch externe Festplatten zu nutzen, heben das iPad endlich aus der Liga heraus, dass es nur ein großes iPhone ist. Mit Photoshop ist zudem ein guter Anfang gemacht. Warum Apple allerdings das hauseigene Videoschnittprogramm Final Cut Pro X nicht auf das iPad Pro portiert hat ist mir schleierhaft.
Preislich fangen die neuen iPad Pros bei 879€ für das 11 Zoll Modell und 1099€ für das 12,9 Zoll Modell an und bieten so 64GB an Speicher. Wer allerdings gleich 1TB in seinem 12,9 Zoll iPad braucht und noch ein LTE-Modul integriert haben möchte kann bis zu 2099€ ausgeben. Preislich spielen die iPad Pros also weiterhin in einer Liga mit guten Ultrabooks. Guckt man allerdings auf die Performance, sind die iPads hardwaretechnisch ein guter Deal. Kein 1000€ Laptop hat die Power, die Adobe in Photoshop aus Apples Table kitzeln kann. Doch Apple fehlt die Software. Photoshop ist ein netter Anfang, kommt allerdings erst im Laufe von 2019 auf den Markt. Der Rest von Adobes Software fehlt weitesgehend und sogar Apple schafft es nicht seine Profi-Software auf die eigene Hardware zu packen.

 

 

 

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