Das Blackberry Z30 – Die große Alternative?

Blackberrys Z30 richtet sich gezielt an Geschäftskunden. Quelle: Blackberry

Blackberrys Z30 richtet sich gezielt an Geschäftskunden.
Quelle: Blackberry

Der Name Blackberry klingt mittlerweile wie ein Nachhall aus einer längst vergangenen Zeit. Das kanadische Unternehmen hat konsequent den Smartphone-Trend verschlafen und versucht nun immer verzweifelter gegen den freien Fall anzukämpfen. Wir haben auf der CeBIT Blackberrys Z30 getestet.

Blackberry gehört, zusammen mit Nokia, zu den klaren Verlieren der neuen Smartphone-Ära. Nachdem die Geräte zu Anfang des Jahrtausends unfassbar erfolgreich waren, konnte das Unternehmen, das sich damals noch RIM (Research in Motion) nannte, nicht an die neuen, tastaturlosen Zeiten, anpassen. Mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 samt der beiden Geräte Z10 und Q10 wollten die Kanadier das Ruder herumreißen und zur klaren Nummer 3 hinter Google und Apple werden. Dieses Vorhaben ist gescheitert.
Mit dem Z30 versucht das Unternehmen nun auch im Bereich der großen Handys mitzuspielen. Mit satten 5 Zoll Displaydiagonale spielt es in einer Liga mit dem Samsung Galaxy S4 und dessen Nachfolger, dem Galaxy S5, dem HTC One und dem Nexus 5, muss sich aber auch mit Nokias Lumia Reihe und dem iPhone 5S vergleichen. Kein leichtes Feld um zu glänzen.

Gutes Display, tolle Verarbeitung. Das Z30 macht einen guten Eindruck.

Gutes Display, tolle Verarbeitung. Das Z30 macht einen guten Eindruck.

Das Design und die Verarbeitung sind sehr gut,
wenn auch eher nüchtern.

 

Fangen wir also beim Design und der Verarbeitung an. Blackberry spricht seit je her eher den Business-Sektor an und das merkt man dem Z30 auch an. Das Gerät besitzt ein gewisses „Understatement“.
Die Materialien wirken allesamt hochwertig und der Rücken, der aus Karbon besteht, hinterlässt einen wertigen Eindruck und lässt sich gut anfassen. Für manche mag das Design eher langweilig wirken, doch Blackberry sieht das Z30 als ein Arbeitsmittel, das nicht in Pastell-Farben um Aufmerksamkeit buhlen soll.
Obwohl sich der Handyrücken abnehmen lässt, gibt Balckberry dem Nutzer nicht die Möglichkeit den Akku zu wechseln. Dies mag einige Poweruser stören, wir sind allerdings davon überzeugt, dass ordentliche externe Akkus ebenso gut funktionieren.
Das etwas mühselige abnehmen des Rückens gibt dafür einen Micro-SD Einschub frei mit dem man den Speicher erweitern kann. Sehr gut. Fantastische Arbeit hat Blackberry bei den Lautsprechern geleistet. Wie beim HTC One sind gleich zwei kleine Lautsprecher verbaut, die allerdings, nicht wie bei der Firma aus Taiwan, auf der Rückseite verbaut sind. Doch selbst auf dem lauten Messestand, wo ein iPhone 5 unhörbar leise blieb, tönte das Z30 die Massen in Grund und Boden.

Der Prozessor ist schon etwas älter. Die Performance stimmt aber.

Der Prozessor ist schon etwas älter. Die Performance stimmt aber.

Wenn man nur die beste Hardware sucht,
dann wird man beim Z30 nicht fündig.

 

Hardware-Fanatiker werden aber beim Z30 nicht auf ihre Kosten kommen. So löst das Display „nur“ mit 720p auf und erreicht so eine Pixeldichte von 294ppi, kein Vergleich zu dem extrem scharfen Display des HTC One mit 469 ppi.  So kann man bei sehr genauem Hinsehen einzelne Pixel ausmachen und Videos wirken im direkten Vergleich zum Galaxy S4 etwas unschärfer. Insgesamt ist das Display des Z30 aber durchweg sehr gut. Die verbaute Super-AMOLED Technik erzeugt, wie gewohnt fantastische Schwarzwerte und Kontraste. Die Farben wirken ein wenig zu kräftig, was für die Technik aber typisch ist. Untypisch, aber nicht dramatisch ist die Beobachtung, dass Farben ein wenig ins grünliche abdriften, wenn man aus sehr flachen Winkeln auf das Display guckt.
Als Prozessor hat Blackberry den Snapdragon S4 Pro verbaut, der auf 1,7 Ghz getaktet ist. Nach heutigem Standard gehört der S4 Pro zwar nicht mehr zum neusten Stand, doch konnten wir absolut keine Ruckler feststellen. Das könnte aber auch an den 2 GB  Arbeitsspeicher liegen, die Blackberry verbaut hat, nicht mal Samsungs neues Galaxy S5 verfügt über einen größeren RAM.
Die Kamera hingegen ist fast schon enttäuschend. Unter optimalen Bedingungen und bei viel Licht kann man mit dem 8 Megapixel-Sensor durchaus annehmbare Bilder schießen. Bei weniger optimal ausgeleuchteten Bildern sind die Ergebnisse aber recht unansehnlich. Das Bild wirkt flach und sehr unruhig. Details werden gleich haufenweise geschluckt und obwohl der HDR-Mode gute Ergebnisse liefern kann, arbeitet er viel zu langsam um nutzbar zu sein.
Sowohl Videos als auch Fotos leiden zudem unter einem Star Trek-Look. Wie bei J.J. Abrams Kinofilmen produziert die Kamera massive Lensflares. Wir können uns zwar nicht ganz erklären wovon dieser Effekt ausgelöst wird, aber nervig ist er in jedem Fall.

Blackberry 10 ist ein ordentliches Betriebssystem.
Leider fehlt es noch an Apps.

 

Als Betriebssystem kommt Blacckberrys OS 10.2 zum Einsatz. Insgesamt lässt sich das System gut bedienen. Das komplette System basiert auf Gesten und kommt fast komplett ohne Tasten aus. Besonders gefällt uns das Blackberry Hub. Hier fasst das System Nachrichten, E-Mails und ähnliches zusammen und ist immer mit einem Wisch von dem linken Display-Rand zu erreichen. Leider hat Blackberry OS 10  aber auch den ein oder anderen Nachteil. So versteht sich das System nicht mit Googles Gmail-Service und zudem fehlen Blackberry einfach ein paar der wichtigen Apps. Häufig ist man auf kostenpflichtige Alternativen von Drittanbietern angewiesen. Zwar versteht das Z30 auch Android-Apps, doch diese müssen vorher in ein neues Format gebracht werden. Insgesamt dürfte der Prozess zu kompliziert für den Durchschnittsnutzer sein.

Blackberry macht dass, was es am besten kann.

Blackberry macht dass, was es am besten kann.

 

Blackberry macht das, was Blackberry am besten kann.
Das Z30 ist ein tolles Business-Handy.
Durchschnittsnutzer finden aber bessere Alternativen.

 

Insgesamt ist Blackberry also ein durchaus viel versprechendes Gerät gelungen. Das Z30 bietet für Blackberry-Fans ein ordentliches High-End Gerät. Das Fehlen von einigen Apps und die enttäuschende Kamera werden aber einen durchschlagenden Erfolg verhindern. Wer nicht unbedingt ein Blackberry haben will, wird mit dem Nexus 5 ein merkbar besseres Gerät zu einem günstigeren Preis erhalten.

 

 

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