Medien und Jugendliche – Gefahr oder Chance?

Medien und Jugendliche – Gefahr oder Chance?

Jugendliche und Medien sind heutzutage nicht mehr voneinander zu trennen. Daher ist es sinnvoll, dass an sich veranschaulicht, wie Medien Einfluss auf Jugendliche nehmen. In diesem Artikel wird eine kurze Übersicht darüber gegeben, wie verschiedene Meinungen zu dem Thema stehen.

Dass Medien im Lebensalltag von Jugendlichen mehr und mehr Einzug gehalten haben, braucht man nicht mehr darzulegen. Viele Studien zeigen diese Daten auf. Für Interessierte werde ich am Ende des Artikels einige Studien verlinken.

Medien im Alltag von Jugendlichen… Was bedeutet das? Sind Jugendliche dadurch unkommunikativ? Geraten sie ins soziale Abseits? Zwischenmenschliche Beziehungen werden zerstört oder können gar nicht mehr aufgebaut werden?
Diese oder ähnliche Fragen könnte ein Ulmer Professor und Psychiater sicherlich mit einem klaren und lautstarken „Ja“ beantworten.

Es gibt den schönen Satz „Beherrsche es, bevor es dich beherrscht.“ Dies kann man sehr gut auf Medien anwenden. Wenn Medien zu einem Teil deines Lebens werden, muss man sich bewusst mit ihnen auseinandersetzen. Die Sogkraft von Medien ist offensichtlich. Wer will, kann konsumieren. Egal ob heiße oder kalte Medien, Internet oder Offline Medien. Und vor allem ist es Medien egal, wie viel konsumiert wird. Aus wirtschaftlicher Sicht zählt sogar der Ausspruch „je mehr, desto besser“. Dies muss man sich bewusst machen. Medien wollen konsumiert werden und arbeiten mit aller Macht darauf hin. Um sich diesem Sog nicht hilflos und blauäugig hinzugeben, ist es wichtig, dass selektiert und reflektiert wird, was und warum, wann und wie konsumiert wird. Wenn man stundenlang bei social-media-Plattformen rumsurft, dann muss nicht unbedingt eine Zweckgebundenheit dahinter stehen. Medien sind Zeitvertreib, aber dieser soll meines Erachtens nach auch reflektiert werden. Habe ich genug andere Dinge getan und alles auf meiner To-Do-Liste abgearbeitet, so dass ich mir die Muße gönnen kann nur rumzusurfen? Oder benutze ich gerade facebook oder Ähnliches, um mich vor den Pflichten quasi zu verstecken und zu drücken? Diese Fragen sind plakativ und nur als Denkanstoss zu sehen, da sie für alle Medien gelten können. Fernseher, Filme, Radio und Zeitungen haben die selben Effekte. Zum Medium Internet wird die Debatte im Moment aktuell geführt. Wie oben beschrieben sind Medien ein Zeitvertreib, so Johnny Hauesler. Jugendliche sollen in ihrer Adoleszenzphase sich die Zeit vertreiben und Dinge ausprobieren. Allerdings können Medien im Alltag von Jugendlichen nicht nur als Zeitvertreib nach oder vor der Erledigung Pflichten sein, sondern sie können einen Mehrwert erzeugen.

Informationsflut kontra Informationspool. Herr Spitzer bemängelt die  Fähigkeit der Bewertung von Informationsvalidität; gerade wenn es um jüngere Jugendliche geht. Diese Informationsverarbeitung ist Teil der sog. „21st century skills“, also Fähigkeiten, die im 21 Jahrhundert von Vorteil sind, wenn sie erlernt werden. Zu diesen „21st century skills“ gehören einige weitere Fähigkeiten. Zum Einen gehört „Collaboration“ dazu. Collaboration bedeutet „Zusammenarbeit“. Diese Zusammenarbeit ist geprägt durch Problemlösungsmechanismen. Probleme werden von den Zusammenarbeitenden auf einer vertikal flachen Hierarchie gelöst. Vorgehen und Weg zur Problemlösung werden gemeinsamt erarbeitet. Weiterhin zählt die Fähigkeit dazu Informationen kritisch zu bewerten und auf ihren Wahrheitsgehalt und Anwendbarkeit auf die Problemlösung hin auszuwählen. Dieses kritische Auseinandersetzen mit medialen Informationen ist für mich eine der Kernkompetenzen des 21.Jahrhunderts. Es wird sicherlich Studien geben, die das auch belegen. Andere wiederum die den Sachverhalt widerlegen.

Ein Professor sagte mal: „Ich traue keiner Studie, die ich nicht selber gefälscht habe.“ (OT: Dieses Zitat wird Winston Churchill zugeschrieben, nach meinen Recherchen) Ich unterstelle Herrn Spitzer oder den Gegenstudien keineswegs Studienfälschung, doch es kommt immer auf die Anzahl der Probanden und die Auswahl der Variablen der Befragten an. Nehme ich 1000 Medienpädagogen oder IT-ler, so wird sich für den Umgang mit Informationsverarbeitung aus dem Internet ein relativ homogenes, positives Bild als Ergebnis abzeichnen. Nehme ich im Umkehrschluss eine Gruppe von über 70Jährigen oder 4Jährigen, so wird die Informationsverarbeitung aus dem Internet ein homogen schlechtes Ergebnis ermitteln lassen. Weiterhin ist aber auch wichtig, wie und wann die Vermittlung von Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung stattfindet. Sekundarstufe 2? Ende Sekundarstufe 1? Beginn der Sekundarstufe 1? Grundschule? Vielleicht sogar im Kindergarten? Diese Frage lässt sich nur sehr individuell beantworten. Jeder sieht den Berührungspunkt mit Medien anders. Beispielsweise kennt mein Neffe mit gerade mal 3 Jahren das Wort „Laptop“. Dies ist ein Beispiel für einen heftigen Generationswechsel. Kinder und Jugendliche kommen immer früher und immer enger mit Medien und Technologien in Berührung. Daher ist meine Meinung zu einem Ansatz für mediale Erziehung oder Erziehung hin zur Medienkompetenz, dass Kinder und Jugendliche, sobald sie Interesse zeigen und in Kontakt kommen, Möglichkeiten geboten bekommen, Medien zu nutzen und auch schon kontrolliert damit aufwachsen und Umgehen lernen.

Medien bringen den Mehrwert und die Chance einer Vernetzung mit gleichen Interessensgruppen über Grenzen hinweg. Man ist nicht mehr an lokale Grenzen gebunden. Zeit und Raum spielen im Internet bei Kommunikation keine Rolle mehr. Daher ist die verknüpfung von Menschen untereinander globaler und realer denn je. Aber der Beziehungsaufbau zu Menschen geschieht für mich immer noch durch face-to-face-Kontakt. Beziehungsaufbau über Medien ist schwierig bis unmöglich. Ich muss die Gegenwart eines Menschen haben, um ihn zu verstehen, einzuschätzen und bewerten zu könne. Dies sind nämlich zentrale Aspekte des Beziehungsaufbaus.  Doch man muss nicht mit jedem Mensch seiner facebook-Freunde in Beziehung stehen. Man muss bewerten können, mit welchen Menschen es wichtig ist, offline Beziehungen einzugehen, so dass die Kommunikation über Medien nur ein Hilfsmittel ist.

Zusammenfassend greife ich den Satz „Beherrsche es, oder es beherrscht dich“ auf. Achte auf den Umgang mit Medien, benutze sie, konsumiere sie bewusst und du wirst sie beherrschen.

Alexander Hundenborn

Links zu Studien:

JIM-Studie  des MpFS

ARD/ZDF Onlinestudie

Tomorrow-Focus Media Studie

Bei weiteren Ideen zu diesem Thema wird der Artikel erweitert oder überarbeitet.

 

Quellen:

ZDF-info, Sendung Log-In

 

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2 Gedanken zu „Medien und Jugendliche – Gefahr oder Chance?

  1. Wer hat sich bloß diesen tollen Spruch einfallen lassen:“Let`s talk about techs“? Habe beide Artikel gelesen. Richtig gut bis auf ein paar journalistische Schwächen wie lange Sätze und Rechtschreibung. Der Anfang ist gemacht. Weiter so und viel Erfolg.

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