SSD: teures Spielzeug oder nützliche Neuerung?

SSDs sind, gerade in leichten und dünnen Laptops, sehr beliebt.

Viele Technikfans bekommen leuchtende Augen, wenn sie das Wort „SSD“ nur hören.

Was ist dran an dieser neuen Technik und ist sie so gut, wie alle sagen?


Zuerst einmal zum grundsätzlichen. SSDs sind elektronische Speicher, ähnlich wie USB-Sticks. Die herkömmlichen Festplatte, HDD, allerdings schreiben und lesen Daten mit Hilfe mehrerer magnetischer Scheiben, die fast wie DVDs aussehen, und sich drehen und Leseköpfen, wie bei Schallplatten.

Bedingt durch diese Technik ist eine HDD immer in extremer Bewegung, wenn sie läuft und damit auch sehr Anfällig gegen Bewegungen und Stöße. Zusätzlich müssen die HDDs, sobald sie in den Ruhemodus gekehrt sind, immer erst wieder auf die Betriebsgeschwindigkeit kommen und der Lesekopf muss die richtige Stelle zum lesen oder Schreiben finden. All das kostet Zeit und da die Umdrehungen pro Minute (rpm) direkt Einfluss auf die Performance hat befinden sich HDDs derzeit Leistungstechnisch an der Grenze.

SSDs haben all diese Probleme nicht. Bewegungen sind irrelevant und die Daten werden mit Lichtgeschwindigkeit bereitgestellt. Suchen muss man dank genauer Adressierung auch nicht. Zusätzlich sind die SSDs bis zu 5 mal schneller als die HDDs und hier ist nur der Controller und die Speichertechnik ein limitierender Faktor. Es ist also noch Platz nach oben in der Sache Leistung. Noch nicht genug sind diese elektronischen Speicher auch noch stromsparender, machen keine Geräusche, vibrieren nicht und können viel kleiner sein.

Das sind die Gründe weshalb jeder Technikbegeisterte eine SSD haben will.

Doch lohnt sich der Umstieg auf eine SSD immer?

Nein, definitiv nicht.

SSDs sind teuer. Pro GB zahlt man bei einer SSD ca. 50 cent, bei einer HDD teilweise weniger  als 1 cent. Zusätzlich bieten die HDDs größere Kapazitäten, was besonders gut für Mediensammlungen mit Videos, Filmen, Bildern und Musik ist.

SSDs sind zudem auch keine Datenträger für die Ewigkeit. Die einzelnen Speicherzellen gehen mit der Zeit kaputt. Zwar rüsten die Hersteller SSD-Festplatten mit einer Reserve aus, doch ist die aufgebraucht verliert die Platte an Kapazität.

Also sind SSDs überteuerter Müll den keiner braucht?

Ebenfalls nein. SSDs machen besonders in Laptops sehr viel Sinn. Sie halten die Bewegungen viel besser aus, sind leiser und verbrauchen weniger Strom.

Hinzu kommt, dass die meisten Nutzer auf ihren Laptops meistens nur surfen und schreiben und nicht einmal 200 GB an Datenkapazität wirklich benötigt. Weiterhin ersparen uns Cloud-Services die riesigen Festplatten, falls man eine Internetverbindung hat. Musik wird bei Rhapsody, Spotify oder Simfy gestreamt ohne Speicher zu brauchen, Daten in die Box.net oder Dropbox ausgelagert.

Für stehende Computer machen vor allem kleine SSDs Sinn. Auf diese kann man dann das Betriebssystem spielen, was den Startprozess (Bootvorgang) unheimlich beschleunigt. Bestwerte liegen um die 10 Sekunden bis zum Desktop! Auch Spiele in Gamingrechnern profitieren davon.

Natürlich muss auch das restliche System mindestens einen Dualcore-Prozessor, 4GB RAM und einen Grafikbeschleuniger (Grafikkarte) haben, der nicht älter als 3 Jahre ist, damit die SSD sich lohnt und das Geld nicht besser anders und sinnvoller investiert werden kann. Aus einer ganz alten Möhre macht auch eine SSD keinen Supercomputer. Mein 3 Jahre altes MacBook Pro ist aber fast wie ein neuer Rechner!

Ich genieße den Luxus schon seit 1,5 Jahren und wer einmal eine SSD gehabt hat will nicht mehr zurück.Wer es sich leisten kann und will sollte meiner Meinung nach umsteigen.

Denn dann sagt man: „Bye, bye Wartezeiten!“

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3 Gedanken zu „SSD: teures Spielzeug oder nützliche Neuerung?

  1. Pingback: SSD ins MacBook Pro einbauen. Ist das denn schwierig? « thetechnologicals

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