Editorial: Technik quo vadis?

Die Technik schreitet immer weiter voran, doch was sind die Aussichten innerhalb der nächsten Jahre? Apple, Google, Microsoft, Samsung, Nvidia und co. arbeiten bereits an der Zukunft. Was wird sie und (wahrscheinlich) bringen?

 

Ich sag es euch direkt am Anfang, das ist meine persönliche Einschätzung und wahrscheinlich 99% der Menschen auf dem Planeten werden alles ganz anders sehen.

Trotzdem, die Technik, die wir jeden Tag nutzten hat sich in den letzten 5 Jahren dramatisch verändert. Die Verkaufszahlen der PCs sacken ab. Niemand will zu Hause noch einen riesigen Rechner unterm Schreibtisch stehen haben, außer man will spielen.

Sogar die Laptop-Verkäufe sind rückgängig. Netbooks? Schon lange tot.

Vor 5 Jahren kam das erste iPhone auf den Markt und revolutionierte, wie wir mit Geräten interagieren und hat uns in ein Zeitalter gebracht, indem das Web 2.0 uns immer begleitet.

Zur Zeit befinden sich alle Hersteller auf dem Weg die aktuelle Hardware nur noch schneller, noch leichter zu machen und die Software immer besser anzupassen. Offensichtlich ist das jedoch nicht ein unendlicher Weg des Fortschritts. Die Begeisterung für neue Produkte, die einfach schneller, leichter und dünner sind ist einfach gering. Ich musste das aktuell erfahren, dass mich der Schritt vom iPhone 4 auf das iPhone 5 nicht annähernd so viel Enthusiasmus ausgelöst hat, wie der Schritt vom 3GS aufs 4. Zumal Entwickler, um möglichst viele Kunden anzusprechen, die meisten Apps so programmieren, dass sie auch auf dem iPhone 4 noch rund laufen.
Die Leistung des iPhone 5 wird kaum genutzt.
In der Androidwelt verhält es sich genauso. Hier kommt häufig noch das Problem hinzu, dass es Androidhandys mit einer Vielzahl verschiedener Auflösungen gibt. So kann es passieren, dass die Lieblingsapp, trotz HD-Display nicht besser aussieht, als auf dem alten Handy, da der Entwickler nur eine geringe Auflösung unterstützt.
Gleichzeitig ist Android aber das vielfältigste und beliebteste Handy-Betriebssystem.

 

Was werden wir in Zukunft also auf Softwareseite sehen?

Android ist hier in einigen Aspekten definitiv bereits ein kleiner Blick in die Zukunft. Google Now verbindet Informationen, wie gekaufte Flug- und Zugtickets, mit unserem Aufenthaltsort um dem Nutzer von sich aus eine Route zum Flughafen, oder Bahnhof vorzuschlagen. Gleichzeitig lernt Google Now einen kennen und weiß zum Beispiel wo wir arbeiten, wie lange wir arbeiten, wann wir arbeiten und welchen Weg wir dahin bevorzugen. Vorausgesetzt ist, dass man das Tablet mitnimmt, dass dann GPS und Zeitdaten zusammenfasst und Verhaltensmuster zu erkennen versucht.
Dies ist ein Weg, den wir in Zukunft wohl häufiger sehen werden. Die Daten die wir im Internet hinterlassen werden mehr und mehr miteinander verknüpft um dem Nutzer einen Vorteil aus der Datensammelei zu bieten und so natürlich mehr und vor allem qualitativ bessere, persönliche Daten zu sammeln.

Apples Siri hingegen zeigt den Weg der Sprachsteuerung auf. Das Gespräch mit dem Handy, zum Beispiel während der Autofahrt wird ebenfalls zunehmen. Hierbei wird es in Zukunft darauf ankommen, dass die Appentwickler zugriff auf Siri, oder bei Android Google Now bekommen. Zudem wird es immer wichtiger, dass Sprachsteuerungen uns mit unserer Alltagssprache verstehen und uns auch in einer natürlichen Sprache antworten.

 

Was passiert mit unseren PCs und Laptops?

Apple zeigt aber noch einen anderen Weg auf.

Handy, Tablet und Rechner werden immer näher aneinander gerückt. Hierbei hilft die Integration der Cloud. Erste Gerüchte sind schon lange im Umlauf, dass Apple bald MacBooks mit ARM-Prozessoren auf den Markt bringen will. Google hat hier mit seinem Chromebook schon gezeigt, dass es geht. Der Unterschied bei Apple wäre aber, dass ein ARM-Macbook alle iPhone und iPad Apps unterstützen könnte. Da der Weg bei Apple nach dem Rausschmiss des Verantwortlichen für Software, Scott Forstall, frei für Veränderungen ist scheint ein einheitliches Betriebssystem von iPhone bis iMac für möglich.
Microsoft wird allem Anschein nach den gleichen weg gehen, auch wenn Windows 8 immer noch in einer ARM-Version, Windows 8 RT, und einer normalen Version erscheint. 
Beim Design ist Microsoft allen anderen weit voraus. Egal ob ich Windows auf dem Handy oder Profi-PC installiert habe, Windows arbeitet jetzt mit Kacheln und sieht überall gleich aus.
Der Vorteil liegt darin, dass man sich nicht mehr die Handhabung mehrerer Geräte aneignen muss. Dies gilt natürlich nur, solange ich bei dem gleichen Hersteller bleibe. Diese Möglichkeiten Kunden in ein ganzes Netz aus Diensten und Geräten zu ziehen ist extrem wichtig für die Hersteller, da ein Wechsel zu einem Konkurrenten mit sehr hohem Aufwand und sehr hohen Kosten verbunden ist.

 

Schöne neue Welt!

Da die Einzelteile der Computer immer kleiner werden, werden wir in Zukunft immer mehr tragbare Computer sehen. Egal, ob am Handgelenk als Uhr und Mitteilungszentrale, als Brille. Auch unsere Kleidung könnte sich verändern. Erste Designs mit Leuchtdioden sind schon erdacht. Vielleicht können wir uns in Zukunft aussuchen, welches Logo auf einem T-Shirt prangt. Neue Technik erlaubt auch Kühlschränke, die eigenständig einkaufen, und uns schnell eine SMS schreibt, dass er Milch eingekauft hat und wir diese bitte im nächsten Supermarkt abholen können. Durch den Supermarkt schlendern? Vergangenheit. 
Autos können jetzt schon mit einer Vielzahl technischer Spielereien glänzen. Autos können in nicht zu weit entfernter Zukunft selbst fahren, finden eigenständig die nächsten Tankstellen und sind natürlich mit dem Internet verbunden. 
Sogar einfache Sachen wie das Drucken verändern sich schon. Diese Revolution ist sogar schon im Gange. 3D-Drucker sind auf dem Vormarsch. 3D-Drucker haben eine oder mehrere Düsen, die flüssiges Plastik oder ähnliches Schicht für Schicht solange übereinander sprühen, dass sich ganz leicht 3-Dimensionale Objekte erstellen lassen. Da es schwer ist sich das vorzustellen gibt es hier ein Video, dass einen 3D-Drucker in Aktion zeigt. Diese Drucker werden zur Zeit immer günstiger und gleichzeitig immer besser. Gerade im Design oder der Architektur kreiert der 3D-Drucker eine ganz neue Riege an Möglichkeiten, da Entwürfe leicht, schnell und günstig hergestellt werden können.

 

Der nächste Quantensprung.

In mittlerer bis ferner Zukunft werden wohl Quantencomputer die Welt verändern. Diese würden zum Beispiel unhackbare Datenübertragungen ermöglichen. Bis jetzt funktionieren diese Rechner aber nur in Laboren, weit unterhalb der Rechenleistung unserer Rechner und nur nahe dem absoluten Gefrierpunkt. Bis der erste Quantencomputer in der Hosentasche steckt werden noch einige Jahrzehnte Forschung nötig sein.

 

Hilfe die Realität verändert sich!

Da die Einzelteile der Computer immer kleiner werden, werden wir in Zukunft immer mehr tragbare Computer sehen. Egal, ob am Handgelenk als Uhr und Mitteilungszentrale, als Brille. Das Projekt Google Glass zeigt hier eine mögliche Zukunft auf.
Die Möglichkeit eine „Cyberbrille“ zu tragen würde eine neue Welt der Augmentet Reality, also der durch Informationen erweiterten Realität, erschließen. Ein Blick auf den Kölner Dom würde reichen, um die wichtigsten Fakten eingeblendet zu bekomme. Beim Autofahren müsste man nicht von der Straße weggucken um die Route zu sehen, da die Brille den richtigen Weg direkt im Sichtfeld anzeigen würde. Alles Zukunftsmusik? Ja, aber diese Zukunft ist nicht weit weg, sondern steht kurz vor der Einführung.

Auch die oben genannte Verknüpfung persönlicher Daten wird unseren Blick auf die Realität verändern. In ca. 20-25 Jahren wird so gut wie jeder Mensch in der westlichen Welt in sozialen Netzwerken aktiv sein. Diese Informationen werden mehr und mehr in den Alltag einfließen. Schon jetzt bekomme ich die Hälfte der Geburtstage von Freunden nur über Facebook mit. Vorstellbar ist es, dass uns in Zukunft angezeigt wird, ob der Gegenüber in einer Beziehung ist oder nicht, nur anhand eines Bildes, andem der Computer die betreffende Person dann „erkennt“.

Tatsache ist, dass die Menschen nicht gläsern werden, sondern es schon sind.

Das Internet mit seiner schier unendlichen Flut an Informationen drängt sich in Zukunft immer mehr in unseren Alltag. Für uns als normale Bürger, die sich mit immer neuer Technik anfreunden (müssen/wollen), werden in Zukunft viele Informationen einfacher Verfügbar werden. Unsere Daten lagern in der Cloud, unsere Informationen werden anderen mehr zugänglich gemacht und in unser Bild von Realität einfließen. Wichtig ist, dass wir nicht vergessen, dass wir zum Großteil schon jetzt ziemlich gläsern sind und wir die Macht haben durch Gesetze die Unternehmen, die uns gläsern machen, ebenfalls transparent zu machen. Wir werden uns schnell an ein Leben mit der Technik gewöhnen, dass ist nicht die große Aufgabe der Zukunft. Die größte Aufgabe der nächsten Jahre wird sein sich international auf Regeln im Netz zu einigen.

 

Wissen ist Macht und Macht muss kontrolliert werden.

 

Natürlich ist das alles ein Blick in die Zukunft und damit reine Spekulation. Ich bin gespannt was alles Wirklichkeit wird und was nicht.


Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen spiegeln ausschließlich die Meinung
des einzelnen Autors wieder und nicht die Meinung von Thetechnologicals.com.
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