Konsolen vs. PC – Welche Plattform ist besser?

Was ein Thema.

Wir erwarten eine neue Xbox von Microsoft, Sony ist mit der nächsten Playstation anscheinend fast fertig und hat für den 20. Februar ein großes Presse Event angesetzt.
Konsolen haben die Szene der Computerspiele gehörig umgekrempelt und haben den PC bei vielen als Spieleplattform ersetzt.
Seitdem ist ein Glaubenskrieg entstanden. Auf der einen Seite stehen die PC-ler, die sich für die wirklichen Gamer halten, auf der anderen Seite die Konsoleros, die überzeugt sind, dass das Spielen auf der Konsole das einzig Wahre ist.
Wir wollen das versuchen zu klären. 

Die Geschichte

Computerspiele haben sich in den 70-ern zum ersten Mal gezeigt. Pong und Lunar Lander starteten in den 70-ern in den Spielhallen an Automaten. Pac-Man und Tetris folgten im folgenden Jahrzehnt. Die Generation Ü40 bekommt gerade wahrscheinlich feuchte Augen.
All diese Spiele waren eigentlich schon Konsolenspiele. Die Automaten dienten damals zum Spielen und waren keine „Allzweckwaffen“, wie moderne PCs es sind.
Gleichzeitig gab es die ersten Konsolen für zu Hause. Atari war dort Vorreiter, bis auch eine japanische Firma namens Nintendo mit auf sprang und 1983 den Verkauf des legendären NES (Nintendo Entertainment System) startete.
Es folgte die Playstation (1994) von Sony und deren Nachfolger (2000), Mircosoft stieg mit der Xbox in den Markt ein und Nintendo brachte den Gamecube (2001).
Darauf folgten die nun aktuellen Konsolen Xbox 360 (2005), PS 3 (2006) und Wii (2006).
Ist erst letztes Jahr erschienen und damit die neuste Konsole ist Nintendos Wii U, die allerdings nur die Rechenkraft der aktuellen Generation hat, aber wieder versucht mit einem alternativen Bedienkonzept zu trumpfen.
Konsolen gibt es seitdem es Spiele gab. Sie sind keine neue Entwicklung.

Konsolen gibt es seitdem es Spiele gab.
Sie sind keine neue Entwicklung.

Der PC hat allerdings auch eine große Spielegeschichte.
Seit den 80-ern haben immer mehr Leute das Geld zusammengekratzt um sich einen PC zu kaufen. IBM fähige Rechner waren dominierend auf dem Markt.
Die 90-er brachte Microsoft und Windows in die absolute Monopolstellung des Pc-Marktes. Für Spiele ist das bis heute wichtig.
Am Anfang wurden viele der IBM-Programme einfach auf Windows portiert, also angepasst. Bei Spielen war das portieren allerdings schwer, da Windows von alleine wichtige Schnittstellen nicht bot.
Erst Wolfenstein 3D und Doom veranlassten Microsoft mit der Entwicklung von einem neuen Standard für Windows 95 anzufangen.
Der Standard hieß DirectX.
Ein weiterer Siegeszug begann. Durch die hohe Verbreitung von Windows und die generelle Akzeptanz von DirectX bei Spieleentwicklern ist DirectX mittlerweile ein Spiele Standard und ist, ganz nebenbei auch die Grafikschnittstelle der Xbox.
Kein anderes Unternehmen hat eine so starke Stellung im Gaming-Markt, wie Microsoft mit DirectX. Alle anderen Betriebssysteme und Konsolen müssen mit dem ineffizienteren OpenGL auskommen.
DirectX und dessen Verbreitung ist der Grund, weshalb das Spielen am PC so groß geworden ist. Der grafische Fortschritt war erstaunlich. Spielen bedeutete am PC zu sitzen.

DirectX und dessen Verbreitung ist der Grund,
weshalb das Spielen am PC so groß geworden ist.

Die Konsolen existierten, klar, aber Spiele wie Monkey Island, Wing Commander, Dungeon Keeper, Age of Empire, Die Sims aber auch World of Warcraft waren PC-Spiele.

Die Blütezeit der Konsolen kam erst mit der Wii, Der Xbox 360 und der Playstation 3 so richtig zum tragen. Die erste Xbox und die Playstation 2 kündigten den Siegeszug zwar schon an, erreichten aber nicht den Einfluss auf die Industrie, wie die jetzigen Konsolen.

Die Konsolen

So, genug Geschichte.
Warum zockt man auf der Konsole und was können Konsolen besser als PCs?
Konsolen haben einen großen Vorteil gegenüber den PCs. Sie sind einfach günstiger als ein spieletauglicher PC und sind einfacher in der Handhabung.
Kein Windows, keine Mindestanforderungen, nichts.
Die Konsolen bieten ein geschlossenes System. Das macht die Handhabung und den Umgang viel einfacher. Gleichzeitig sind Konsolen auch tolle Medienzentren. Gerade die PS 3 ist nicht nur Konsole, sondern auch Blu-Ray Player und Medienzentrale, de sogar auch Netzwerkfesplatten zugreifen kann.

Kein Windows, keine Mindestanforderungen, nichts.

Der günstige Anschaffungspreis tut sein Übriges. Die Hersteller der Konsolen verkaufen die Konsolen unter dem Herstellungspreis. Man bekommt viel Rechenleistung für vergleichsweise wenig Geld. Zudem bleibt die Hardware lange aktuell. Hat man etwa Ende 2005 die Xbox 360 zum Startpreis von 479€ gekauft, kann man selbst mehr als 7 Jahre später noch alle aktuellen Spiele ohne Probleme spielen.
Auch das Installieren eines Spiels ist häufig gar nicht notwendig und falls doch, muss man sich nicht durch den Installations-Wizard klicken, festlegen, wo das Spiel gespeichert werden soll u.s.w.
Alles ist eben viel einfacher.
Nebenbei sehen die Konsolen auch einfach viel besser aus. Sie sind, anders als die meisten Rechner für das Wohnzimmer designt worden und sehen auch dementsprechend gut aus.

Viren? Die kann man auf den Konsolen auch getrost vergessen.
Probleme mit Windows? Gibt´s nicht, da kein Windows benötigt wird.
Maus und Tastatur? Sind grundsätzlich auch als Eingabe möglich, werden aber von vielen Spielen nicht unterstützt.
Warum sollte man also überhaupt am PC spielen wollen?

Der PC

PC-ler haben aber auch Vorteile.
Ein PC ist frei konfigurierbar. Besonders, wenn man sich den Rechner selbst zusammen baut, hat man eine riesige Auswahl an Komponenten, aus denen man seinen PC basteln und personalisieren kann.
Ein PC kann zudem in verschiedenen Formen gekauft werden. Als Laptop ist man beispielsweise viel unabhängiger beim Spielen, als mit einer Konsole.
Hinzu kommt, dass man PCs aufrüsten kann. Bei Laptops ist meistens nach Arbeitsspeicher und Festplatte ende, aber bei wirklichen Tower-Rechnern hat man wirklich freie Hand.
Geht einem mal die Leistung aus, so kann man also günstig aufrüsten anstatt die neue Konsolengeneration kaufen zu müssen.
Ein weiterer Vorteil ist die Abwärts-Kompatibilität.
Ihr wollt ein Spiel aus den 90-ern zocken? Age of Empires II vielleicht? Kein Problem auf dem PC. Selbst noch ältere Spiele wie Doom kann man zum laufen bringen, auch wenn meistens ein Emulator, also ein Zusatzprogramm nötig ist.

Der wichtigste Punkt für den PC ist natürlich der Fakt,
dass man auch mal surfen kann,
oder, wenn es sein muss, auch daran arbeiten kann.

Mal ganz nebenbei sind PC-Spiele deutlich günstiger, als ihre Konsolen-Ableger.
Ein neues Konsolenspiel kostet 60 – 70€. Ein neues PC-Spiel bekommt man schon für 50€. Bei älteren Spielen setzt sich dieser Trend fort. Selbst Budget-Titel kosten 20€ für die Konsolen. Der PC trumpft, derade bei downloads mit Preisen von nur ein paar Euro auf.
Viele PC-Spieler versuchen den hohen Preis der Hardware damit zu rechtfertigen, dass man bei den Spielen viel sparen kann.
Zudem sind auf dem PC viele kleine Indie-Titel und Mods verfügbar. Beste Beispiele sind hier wohl Minecraft und DayZ. Beide Spiele sind auf den Konsolen undenkbar zu starten, da die Hersteller nur Spiele aus ihren eigenen Online-Stores, oder  Blu-Ray und DVD zulassen. Bei beiden Verfahren verdienen die Hersteller mit.
Noch ein Punkt gefällig?
Am PC kann man entscheiden, ob man lieber mit Gamepad, oder Maus und Tastatur spielt. Die meisten Spiele unterstützen beide.
Zudem sind komplexe Strategie- und Simulationsspiele auf den Konsolen bisher nicht möglich, da diese kaum präzise mit dem Conroler steuerbar sind.
Der wichtigste Punkt für den PC ist natürlich der Fakt, dass man auch mal surfen kann, oder, wenn es sein muss, auch daran arbeiten kann.

Also, welche Plattform ist denn jetzt besser?

Wer viel spielt und/oder auch Indie-Spiele gerne ausprobiert, für den ist der PC eigentlich die bessere Wahl. Nach 30 Spielen dürfte man die Differenz beim Preis zur Konsole wieder aufgeholt haben.
Die meisten PCs lassen sich auch mittlerweile leicht hinter den Fernseher stellen und auch an den Fernseher anschließen.
Das Problem mit den PCs ist allerdings, dass man sich wirklich auskennen muss, oder aber jemanden kennen und vertrauen muss, der sich damit auskennt.
Viren, upgrades, etc. machen einem PC-Spieler zusätzlich das Leben schwer. Wen das aber nicht so stark interessiert, der ist wirklich gut bei einem PC aufgehoben.
Für Strategie-, oder Simulationsfans gibt es so und so keine Alternative.


Für Strategie-, oder Simulationsfans gibt es so und so keine Alternative.

Konsolen auf der anderen Seite verkaufen sich so viel besser als PCs, weil sie eben viel pflegeleichter sind, als der Rechner.
Das Apple-Prinzip funktioniert auch hier wunderbar. Einmal kaufen und man muss sich eigentlich nicht mehr groß darum kümmern. Der günstige Einstiegspreis ist zudem noch ein Kaufanreiz. Jeder, der also gerne mal eine, oder zwei Runden in FIFA verbringt, aber sich ansonsten eher nicht mit dem Thema auseinandersetzen will, der sollte sich unbedingt eine Konsole kaufen. Aber Vorsicht, wir erwarten noch für dieses Jahr eine neue Generation.

Das Apple-Prinzip funktioniert auch hier wunderbar.
Einmal kaufen und man muss sich eigentlich nicht mehr groß darum kümmern
.

Der PC-Spieler ist also wirklich eher was für die Hardcore-Gamer, was aber nicht heißt, dass nicht auch Konsolen-Spieler das Thema Gaming ernst meinen.
Dennoch ist meine Einschätzung, dass viele der Spieler, die es ernst meinen auf dem PC heimisch sind, weil es im Grunde die flexiblere und , für Viel-Spieler, auch die günstigere Plattform ist. Das problem ist ,we gesagt, dass man sich tiefergehend mit PCs und Spielen auskennen muss, um ausgewogene und günstige Rechner zu bauen. Fertigrechner von der Stange sind meistens nämlich maßlos überteuert.
Der Durchschnittsbürger kommt allerdings von der Arbeit und will bei einer Runde Call of Duty, oder Battlefield einfach mal den Alltag vergessen. Welche Systemanforderungen das Spiel hat und auf welchem Takt der Prozessor läuft sind Fragen, die sich nicht stellen sollten. Nicht zu vergessen ist auch, dass viel mehr Haushalte eine Konsole beherbergen, als einen spieletauglichen PC. Wenn all meine Freunde eine Playstation haben hole ich mir auch eine, um mit ihnen zu spielen.

So gibt es für jeden die richtige Option und beide Plattformen sind für die Spiele-Welt sehr wichtig.
auch wenn die Konsolen den Fortschritt in Spielen technisch ein wenig aufhalten bieten sie doch für eine große Masse die Möglichkeit sich dem Thema Computerspiele zu nähern. Der PC ist für Entwickler aber auch nötig um sich bereits frühzeitig auf eine neue Konsolengeneration einstellen zu können. Wie immer bei solchen Fragen sollte jeder sich Gedanken machen, was einem wirklich wichtig ist und was man von seiner Gaminghardware verlangt.

So gibt es für jeden die richtige Option und beide Plattformen sind für die Spiele-Welt sehr wichtig.

Unsere nichtrepräsentative Facebook-Umfrage zeigt ein ausgeglichenes Bild von Konsoleros und PC-Spielern.
Weltweit sind allerdings die Konsolen in der Übermacht.
Dieses Jahr gehen diese nun in eine neue Generation. Natürlich werden wir davon berichten und die neuen Konsolen auch bewerten, falls wir die Möglichkeit dazu bekommen.

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2 Gedanken zu „Konsolen vs. PC – Welche Plattform ist besser?

  1. Querido Leo, just great, really a nice job your blog. Ich habe nie deinen Freund Alexander kennengelernt, wie kommt das? Geniess deine Tage in Berlin und melde dich immer. Beijo e saudades Onkel Kuckuck

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  2. Bezüglich Preis hast du folgendes vergessen: Du sagst, spieletaugliche PC’s sind deutlich teurer als Konsolen, ABER: So ziemlich jeder Haushalt hat mindestens 1 PC. D.h. man muss nicht unbedingt die Gesamtpreise für Konsole/PC vergleichen, sondern was kostet der Unterschied Standard-PC zu Spiele-PC im Vergleich zu einer Konsole, die ja auch zusätzlich zu einem Standard-PC gekauft werden müsste.

    Und was auch noch erwähnenswert ist: Während es richtig „geil“ ist, Sport- und Rennspiele am Fernseher zu zocken, ist es ätzend, darauf Shooter zu zocken. Zum Vergleich: Eine Geige streicht man auch nicht mit einer Salami, sondern mit einem Bogen 😉
    Zudem finde ich BF3 auf der Konsole deutlich zu laggy und sieht auch nicht gerade hübsch aus ohne Kantenglättung und in der Detailstufe.

    Die Zeit, in der PC’s hässliche graue Kisten waren, ist auch schon länger vorbei. Die meisten PC’s sind – zumindest meiner Meinung nach – schon Wohnzimmertauglich. Aber zugegebenermaßen: Will man ein richtig stylisches HTPC-/Cube-Gehäuse, ist man 1. >100€ los und 2. muss man sich meistens das ganze selbst zusammenbauen (was nicht jeder kann) oder zusammen bauen lassen (was im Laden Geld kostet).

    Mein Fazit wäre: Nehmt Konsolen für Sport- und Rennspiele (bzw. alles was sich mit Kinect etc. steuern lässt) und für Shooter, Strategie, Simulation, Mods PC.

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