Apples Smartwatch – Zu wenig, zu viel.

AppleWatch 2015

Die gesamte Tech-Industrie setzt derzeit auf die Smartwatch. Bereits im September ist Apple ungewöhnlich früh auf den Zug aufgesprungen und hat die AppleWatch vorgestellt. Damals hat mich die Uhr kalt gelassen und ich habe sogar vom Kauf abgeraten. Nun hatte Apple also eine zweite Chance mich zu überzeugen, mich zu begeistern und den Hype zu entfachen. Was daraus geworden ist könnt ihr hier lesen.

Die AppleWatch. Die erste neue Produktkategorie, die das wertvollste Unternehmen der Welt nach dem Tod von Steve Jobs revolutionieren will. Einige Sachen hat der Konzern ja schon im September verraten.
So gibt es die AppleWatch in 3 verschiedenen Collectionen. Allerdings haben nur 2 dieser Collectionen einen eigenen Namen bekommen. Mit der AppleWatch Sport kann man sich quasi das Einsteigermodell holen. Mit Aluminium und kratzfestem Glas verzichtet man aber auch die hochwertigen Materialien der normalen AppleWatch Collection. Dessen Gehäuse besteht aus Edelstahl und das Display wird durch Saphirglas geschützt. Die teuerste Variante der AppleWatch ist schließlich die Edition Collection mit einem Gehäuse aus 18-Karat Gold.

AppleWatch 2015 - Call

Jede dieser Collectionen gibt es zudem in zwei verschiedenen Größen. Für dünnere Handgelenke ist das 38mm Modell mit einem 1,5 Zoll großem Bildschirm gedacht und größere Handgelenke werden mit einem 42mm Model, also einem 1,65 Zoll großem Bildschirm ausgestattet. Ob die größere Version mehr Akkulaufzeit hat, wie es ja beim iPhone 6+ der Fall ist, können wir noch nicht sagen.
Bedient wird die AppleWatch über drei verschiedene Wege. So ist sowohl ein Touchscreen verbaut als auch Siri zur Sprachsteuerung vorhanden, ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal ist aber das kleine Rädchen am rechten Rand, das Apple „Digital Crown“ nennt. Durch Drehen an dem Rad kann man scrollen oder zoomen, ohne den Bildschirm mit seinen Fingern zu  bedecken. Zudem dient das Rädchen als Homebutton. Unterhalb der Digital Crown versteckt sich noch eine Taste. Drückt man die, dann erscheint eine Übersicht der 12 beliebtesten Kontakte, denen man dann eine SMS per Siri schicken kann oder sie einfach direkt per Anruf erreicht.
Auch Apples neues Lieblingsthema „ForceTouch“ hat es in die Smartwatch geschafft. So kann man mit einem festen Druck auf die Uhr Menüs aufrufen oder neue Einstellungsmöglichkeiten angezeigt bekommen. Ähnliches hat auch das Trackpad des neuen MacBooks und des Updates zum MacBook Pro 13 spendiert bekommen.

AppleWatch 2015 - Notification

Eines der wichtigsten Dinge, die eine Smartwatch tun muss ist der Umgang mit Benachrichtigungen. Täglich bekommen wir alle SMS, Anrufe, E-Mails, Facebook-Benachrichtigungen und so weiter. Eine gute Smartwatch soll dabei helfen nicht immer das, wahrscheinlich riesige, Handy aus der Hosentasche zu ziehen. Die AppleWatch „tippt“ einem dazu einfach auf das Handgelenk. Ein elektromagnetischer Motor sorgt für den nötigen Impuls. Ob das auf Dauer nervt, können wir derzeit noch nicht sagen. Auf dem Papier scheint Apple aber die bisher beste Lösung für den stetigen Fluss an Benachrichtigungen gefunden zu haben.

AppleWatch 2015 - Friends

Wie gerade die Sport-Collection vermuten lässt, versucht die AppleWatch auch im Fitness und Gesundheitsbereich ein wenig zu punkten. Natürlich zeichnet die Uhr neben den Schritten auch die zurückgelegte Entfernung und den Herzschlag auf. Allerdings erinnert die Uhr den Träger auch daran Sport zu treiben, wenn man zu lange am Stück untätig war. Das könnte mal der größte Nervfaktor überhaupt werden.
Die Liste der Features ist allerdings noch deutlich länger. Man kann die sein AppleTV steuern, den Auslöser der iPhone-Kamera bedienen, Fotos angucken, dank Siri im Internet suchen, Tickets und Kundenkarten in Passbook aufrufen, per ApplePay bezahlen, seine Musik steuern und sich den Weg weisen lassen.

AppleWatch 2015 - Fitness alert

Wer all diese Funktionen aber ausgiebig nutzen will, wird ständig mit dem Laden des Handgelenkrechners beschäftigt sein. Apple gibt zwar 18 Stunden Laufzeit an, wer sich aber damit auseinandersetzt wird schnell ernüchtert sein, da Apple maximal eine leichte Nutzung der Uhr als Grundlage für ihre Laufzeitangaben genommen haben.
Ein weiterer Stolperstein dürfte für Viele der iPhone-Zwang sein. Wer kein iPhone 5 oder neuer besitzt, der kann mit der SmartWatch rein gar nichts anfangen. Die AppleWatch ist ohne iPhone weder „Smart“ noch eine „Watch“. Fast der gesamte Rechenaufwand wird vom iPhone gestemmt, was AppleWatch-Nutzer sehr wahrscheinlich schmerzlich an einer geringeren Akkulaufzeit ihres iPhones merken werden.

Auch der Preis dürfte vielen sauer aufstoßen. Die günstigste Variante ist die AppleWatch Sport und ist zwischen 399€ und 449€ zu kaufen. Die normale AppleWatch kostet allerdings schon mindestens 649€ und hangelt sich durch verschiedene Farb- und Armbandkonfigurationen bis auf lächerliche 1.249€ hoch. Die Luxusvarianten der Edition-Collection starten, auch aufgrund ihres Goldwertes, bei 11.000€ und werden mit maximal 18.000€ zum teuersten Apple-Produkt für Privatkunden. Selbst ein komplett ausgerüsteter Mac Pro samt 4K-Display ist günstiger.

AppleWatch 2015 - Loop

Unterm Strich muss ich sagen, dass Apple es komplett verpasst hat mich für dieses Produkt zu hypen. Wer die Kohle hat und es allen zeigen will, wird mit der AppleWatch das perfekte Stück Technik finden. Ich halte die Uhr derzeit nicht für sehr nützlich und absolut überteuert. Allerdings würde ich das auch zu vielen Kleidungsstücken von Designern sagen. Vielleicht wollte Apple dieses Mal nicht die Tech-Leute ansprechen, sondern die Mode-Junkies ein wenig in die Nerdhöhle der Techies locken. Das hat vielleicht geklappt. Ich fühle mich zumindest nicht angesprochen. Es ist zu wenig Technik, aber vom Preis gibt es zu viel.

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