Beatbuddy im Test – Rock your Buddy

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Im deutschen Indititel Beatbuddy dreht sich alles um Musik: Gegner, Hindernisse, das Überleben der Welt und natürlich der Spieler selbst. Ob das Zusammenspiel aus Musik und Gameplay funktioniert lest ihr in unserem Test.

Ein Soundtrack ist wichtig für ein Spiel. Wenn ich heute einen beliebigen Menschen auf der Straße nach der Melodie von Super Mario fragen würde, könnte sie mir fast jeder vorsummen. Trotzdem ist der Soundtrack meist nur ein Element, um das Spieleerlebnis abzurunden. Damit ist jetzt Schluss, zumindest, wenn es nach den Machern von “Beatbuddy” geht. Im Spiel wird die Musik zum wichtigsten Teil des Gameplays.

Und 1-2-3; 1-2-3; 1-2-3

Ich will es gleich mal vorweg sagen: Wer bei jedem Song, den er hört sofort anfängt den Takt mit zu Klopfen, hat es in “Beatbuddy” um einiges leichter, als alle Anderen. Aber erstmal langsam: Im Spiel steuert ihr den kleinen Beatbuddy, der zusammen mit seinen Geschwistern Harmony und Melody die Welt Symphonia am Leben erhält. Doch die Ruhe wird gestört, als der Böse Prinz Maestro sich dazu entschließt, die Kontrolle über die Musik an sich zu reißen. Um seine Pläne zu verwirklichen entführt er Harmony und Melody. Das kann der kleine Beatbuddy natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so zieht er los, um seine Schwestern zu retten…und natürlich den Rest der Welt.

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Dank der Musik weis ich, wann die Quellen sich bewegen und wo die nächste Lücke ist

Zugegeben, die Story ist nicht wirklich Innovativ, aber das macht nichts, denn sie ist nicht wirklich der Kern des Spiels. Diese Aufgabe übernimmt nämlich ganz klar die Musik, die immer passend auf die sechs verschiedenen Level abgestimmt ist. Oder sind die Level auf die Musik abgestimmt? Wirklich wissen tue ich das nach dem Spielen noch nicht. Was ich allerdings weiß: Es funktioniert! Gehe ich anfangs noch mit Präzision und Augenmaß an die Aufgaben, Rätsel und Gegner ran, merke ich nach einer Weile, wie sich mein Körper immer mehr auf die Musik einlässt. Nicht nur mein Fuß wippt im Takt mit, sondern auch mein Finger an der Maus. Das macht das Spiel flüssig, interessant und intensiv. Die Musik zeigt mir, wann ich eine Mauer aus Luftblasen durchbrechen kann, oder wann es möglich ist einen Gegner zu erledigen, weil dieser nur angreifbar ist, wenn er vom Bass irritiert wird.

Jedes Element hat dabei sein eigenes Instrument. Wenn sich zum Beispiel der große lila Unterwasserschwamm aufbläht ist die Basedrum zu hören. Zu Beginn eines Levels gibt es auch erstmal nicht mehr zu hören. Schreite ich weiter im Level voran, kommen immer mehr Elemente und Töne hinzu. Fleischfressende Pflanzen, die mich allerdings nicht so lecker finden und am anderen Ende wieder ausspucken geben einen fetzigen Elektrosound ab und Feuerschnecken untermalen ihre Geschosse mit einem dumpfen Schlag. Natürlich gibt auch der kleine Beatbuddy selbst eine ganze Menge an Lauten von sich wenn er so durch die Gegend schwimmt, auf Gegner einschlägt und getroffen wird. Am Ende des Levels ergibt das Ganze dann ein musikalisch rundes Bild. Natürlich ist es möglich einfach nur visuell darauf zu achten, wann der Feind zu schlagen ist oder die Feuerschnecke den Weg frei gibt – das macht aber nicht so viel Spaß.

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Basedrum Schwämme und Feuerschnecken. Beide tanzen zur Musik aber nur einer ist nett zu mir.

Also lasse ich mich auf die toll komponierte Musik ein, um Beatbuddy sicher durch das Spiel zu bringen. Nach Ihrem Muster bewegen sich Feinde, sie zeigt mir, wann ich schnell schwimmen muss, um im Wasserstrom voran zu kommen oder wann ich an eine der fleischfressenden Pflanzen schwimmen muss, damit sie mich einsaugt. Die Musik, welche unter anderem von Austin Wintory (Journey) komponiert wurde, beschränkt sich zwar im Großteil auf Elektromusik, ist aber so abwechslungsreich, dass ich am Ende eines Levels immer wieder begeistert war…und ich bin bei weitem kein Fan von Elektronischer Musik. Visuell trägt dann noch das tolle, von Hand gezeichnete Artwork zum Spielerlebnis bei. Ob es die beiden trotteligen Polizisten sind, denen ich als Siedekick immer wieder begegne, die Gegner oder einfach nur die Umgebung, alles sieht liebevoll gezeichnet aus. Von der Spielwelt verzaubern lassen? Dank Musik und Design überhaupt kein Problem.

Gutes Action-Adventure ohne Indieflair

Leider muss man sagen, dass der Rest des Gameplays selbst keine besonderen Ideen vorweisen kann. Wie in vielen anderen Genrekollegen erledigt ihr den ein oder anderen Gegner, müsst in einer bestimmten Zeit eine Passage zurücklegen oder löst Rätsel. Allerdings sind Letztere richtig gut gelungen. Anfangs noch recht simpel, werden sie spätestens ab dem zweiten Level anspruchsvoll und zwingen zum unkonventionellen Denken. So müsst ihr auch schon mal überlegen, wie ihr mit einem Schlüssel gleich mehrere Türen öffnen könnt und dann auch noch hindurch kommt, bevor sie sich wieder schließen Das macht Spaß und ist abwechslungsreich, hat aber nicht immer was mit dem Zusammenspiel zwischen Musik und Game zu tun, was schade ist.

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Die Rätsel in Beatbuddy sind ganz schön knifflig

Ansonsten ist das Spiel streng linear und nach dem ersten Durchspielen hat man alles gesehen. Zwar kann ich mich noch auf die Suche nach den restlichen Kristallen begeben, die bringen im Spiel selbst allerdings nichts. Stattdessen schalten sie ein Entwicklertagebuch frei. Nette Idee! In Sache Innovation fehlt aber ein bisschen der Indie-Einfluss. Viel mehr lädt da schon die Musik als Spielmechanik nochmal zum Wiederholen der Stages ein…denn ich sag es gerne nochmal: Das Zusammenspiel zwischen Level, Gegnern und Musik funktioniert perfekt.

Nein…halt nicht da lang! NEIN, VERDAMMT!!!

Bis jetzt hatte ich nicht viel an Beatbuddy auszusetzen. Es war Meckern auf hohem Niveau. Doch leider gibt es doch etwas, was mich beim Spielen extrem gestört hat. Steuert sich “Beatbuddy” mit dem Controller noch wunderbar, ist die Steuerung mit Tastatur oder Maus leider viel zu ungenau. Da der kleine Beatbuddy, wie im klassischen Hack and Slay, per Mausklick an die richtige Stelle gesteuert wird, ist es in hektischen Passagen nicht immer leicht dahin zu klicken, wo ich wirklich hin will. Besonders in Passagen, in denen ich schnell vor Gegnern fliehen oder durch die kleine Lücken einer sich schließenden Tür schlüpfen musste, war ich irgendwann frustriert. Nachdem ich die Stelle dann mehrmals wiederholt hatte, klappte es irgendwann. Doch leider ist die Freude darüber nicht groß, wenn man weiß, dass es mit einer genaueren Steuerung schon früher funktioniert hätte. Dann doch lieber den Controller anschließen oder auf die Konsolengeneration warten, an der gerade gearbeitet wird.

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Die lila Kristalle schalten ein Entwicklertagebuch frei

Alles in Allem…

…kann ich sagen, dass “Beatbuddy” eine kleine Indieperle, noch dazu aus Deutschland, ist. Die Idee Gegner im Takt der Musik zu verhauen oder Hindernisse mit Hilfe von Tönen zu überwinden, ist nicht nur großartig umgesetzt, sondern lässt einen auch toll in Symphonia eintauchen. Dass sich die Musik dabei auf Elektro beschränkt ist auch für Elektronikalergiker egal und besonders mit Kopfhörer ist das Spiel nochmal ein intensiveres Erlebnis. Über das nicht ganz so abwechslungsreiche Gameplay und die schlechte Tastatur/Maus Steuerung lässt sich dank cooler Rätsel und dem Controller als Alternative etwas leicht hinwegsehen. Und so kann ich von meiner Seite aus eine große Kaufempfehlung für ein kleines Spiel aussprechen.

Ich habe nochmal mein Interview mit den Entwicklern von der Gamescom 2013 raus gesucht.

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