Full- HD im Handy ist sinnlos – hier steht warum.

Ein Bild von mehreren Pixeln und deren farbgebenden Sub-Pixeln. Quelle: Apple

Ein Bild von mehreren Pixeln und deren farbgebenden Sub-Pixeln.
Quelle: Apple

Full-HD ist der Trend des Jahres. Gerade unter den Androiden gilt die Auflösung als Pflicht, wenn man unter den High-End Handys geführt werden will. Ich halte das nicht nur für sinnlos, sondern verhindert sogar, dass die Unternehmen bessere Handys bauen.

 
Die Auflösungen in Handys werden immer größer. Im letzten Jahr kamen die Top-Androiden, wie das HTC One X oder das Samsung Galaxy S3, mit der kleinen HD-Auflösung mit 720p aus. Dieses Jahr gilt schon Full-HD zum guten Ton, das sind 1080p. Losgetreten hat diesen Trend das iPhone 4 mit seinem Retina-Display. Das ist nun 3 Jahre her und gerade die Android-Hersteller haben den von Apple losgetretenen Trend nicht nur adoptiert sondern dem Motto „Bigger is better“ unterworfen.

Sonys Xperia Z war das erste Full-HD Handy in Deutschland.  Quelle: Sony

Sonys Xperia Z war das erste Full-HD Handy in Deutschland.
Quelle: Sony

Mehr Pixel bedeuten mehr Schärfe,  so die Theorie.

Der eigentliche Gedanke hinter den großen Auflösungen ist im Grunde ein sehr feiner. Displays bestehen aus vielen einzelnen leuchtenden Punkten. Erst in der Masse können sie ein Bild erzeugen. Je mehr dieser Bildpunkte, auch Pixel genannt, das Display zur Verfügung stellt, desto besser die Darstellung. Mit der Einführung des Retina-Displays vervierfachte Apple die Anzahl der Pixel. Doch statt einfach mehr Pixel zu verbauen und damit auch das Display größer zu machen, wurden die Pixel kleiner. Mit dieser Technik konnte die gleiche Displaygröße wie im Vorgänger erreicht werden, aber mehr Pixel verbaut werden. Dadurch steigt die Displayschärfe, die man in ppi, in Deutsch Pixel pro Zoll, misst.

Auch Samsungs S4 gehört zur Full-HD-Riege. Quelle: Samsung

Auch Samsungs S4 gehört zur Full-HD-Riege.
Quelle: Samsung

Ab einer gewissen Displayschärfe kann ein Mensch noch feinere Auflösungen nicht mehr erkennen.

Ein wichtiger Punkt bei Handys ist dabei die Marke von 320 ppi. Allgemein gilt, dass ein normaler Mensch bei einem Abstand von 20 Zentimetern die einzelnen Pixel nicht mehr voneinander unterscheiden kann. Schrift wirkt dann wie gedruckt, da auch Bücher mit 300 dpi, Punkten pro Zoll, gedruckt werden.
Aktuelle Smartphones, wie das HTC One treiben den Trend allerdings ad absurdum. Das Unternehmen aus Taiwan hat die 2 Millionen Pixel, die der Full-HD Standard beinhaltet, auf gerade einmal 4,7 Zoll gequetscht. Damit ist das Display bei 468ppi so scharf wie kein anderes. Einziges Problem dabei: es sieht keiner.
Gerade größere Smartphones hält man im Allgemeinen ein Stück weiter von sich weg als die kleineren Geräte. Der Vorteil, den das HTC One gegenüber seinem Vorgänger hat ist somit, zumindest bei der Displayschärfe nicht für den Menschen erkennbar. Auch das Galaxy S4 kämpft mit dem Problem, da das Display, trotz Full-HD, kaum schärfer wirkt als das des Vorgängers. Im Grunde könnte es dem Verbraucher aber egal sein, welche Auflösung das Display unserer Handys hat, solange eine noch größere Auflösung keine Nachteile bietet.

Das HTC One quetscht 2 Megapixel auf nur 4,7 Zoll. Quelle: Amazon All rights reserved by HTC

Das HTC One quetscht 2 Megapixel auf nur 4,7 Zoll.
Quelle: Amazon
All rights reserved by HTC

Akku und Performance leiden unter der hohen Auflösung.

Nachteile gibt es leider schon. Gravierende sogar.
Das Problem bei der Sache ist allerdings die Akkulaufzeit. Die Pixel auf den Displays sind alle gleich groß und liegen in einem Raster. Je enger ich die Maschen dieses Rasters ziehen muss, da die Pixel ja immer kleiner werden, desto mehr Licht muss ich erzeugen um das Display auch im Tageslicht lesbar zu machen. Gerade Samsung hadert an dieser Stelle mit seinen AMOLED-Displays. Doch nicht nur die Beleuchtung des Displays nagt an der Akkulaufzeit.
Jeder PC-Spieler wird wissen, dass größere Auflösungen massiv an der Rechenkraft knabbern. Doch da die Chips in den Smartphones mittlerweile stark genug sind, wirkt sich das Problem zum Glück nicht auf die Performance aus. Dennoch ist die Last, die auf dem Prozessor liegt bei einer Full-HD Auflösung deutlich höher als bei der HD-Ready Auflösung. Immerhin müssen mehr als doppelt so viele Pixel berechnet werden. Eine höhere Last bedeutet allerdings auch einen höheren Stromverbrauch des Prozessors.

Die Top-Androiden wären mit einem weniger hoch aufgelösten Displays wahrscheinlich noch besser. 

Full-HD Auflösungen in Handys bringen dem Nutzer im Endeffekt also nur Nachteile und keine Vorteile. Denn solange das Display kleiner als 4,7-5 Zoll ist,  kann ein Mensch auch bei der HD-Ready Auflösung einzelne Pixel nur erkennen, wenn er mit dem Auge unnatürlich nah an die Anzeige dran ist. Würden aktuelle Smartphones wie das HTC One oder Galaxy S4 also auf 720pAuflösungen setzen, würde es kaum ein Nutzer merken, doch die Akkulaufzeit wäre deutlich höher.

5 Gedanken zu „Full- HD im Handy ist sinnlos – hier steht warum.

  1. Naja an und für sich stimmt das schon!
    Der Unterschied von HD zu Full HD ist auf der einen Seite schon da und schon groß (darauf komm ich gleich) auf der anderen Seite bei einem normalen Betrachtabstand von 20-30 cm vielleicht nicht nötig…!
    Ich habe das Xperia Z und hatte davor das Note 2 (normaler HD) diese habe ich davor schon gut verglichen in Sachen Foto & Film, der normale 720p HD Screen des Note 2 macht ein klasse Bild bei 20-30cm Abstand, das Xperia Z (Full HD) macht da schon mehr her (20-30cm Abstand) aber da ist der Unterschied nicht allzu groß! Gehe ich jetzt jedoch näher an das Display des Xperia Z ran (vielleicht 5-10cm quasi vor die Nase) ist das Bild immer noch gestochen scharf und sieht einfach bombastisch aus, wenn ich beim Note 2 näher heran gegangen bin wurde das Bild deutlich gröber und Pixeliger. Bei Full HD sieht man halt überhaupt keine Pixel mehr auch wenn das Gerät quasi an der Nase klebt…
    Wem die Auflösung jedoch nicht wichtig ist dem reicht ein HD Screen gut aus.
    Ein weiteren deutlichen Unterschied sieht man bei Schriften, z.B. im Internet auf Websites, dort ist auch die noch so kleine Schrift gestochen scharf und perfekt lesbar, bei HD Screens ist das nicht der Fall da sind die Schriften nicht so scharf und man muss zoomen wo man es bei Full HD noch lesen kann.
    Also kurzum den Unterschied zu Full HD sieht man bei einem 5″ Gerät doch schon deutlich!
    Aber wenn ich jetzt lese das es noch weiter geht mit dem Auflösungs-Wahn, sprich 2K Auflösung also so um die 2560×1440 (Gerücht des Galaxy S5) bei ziemlich gleicher Displaygröße ist das unnötig und Quatsch, man muss auch bedenken je höher die Auflösung desto kleiner werden allgemein auch alle Icons bzw. Texte. So denke ich das man bei 2K oder mehr bei einem 5″ Display wieder enorme Probleme bekomen wird, mit Full HD ist das Maß voll! Irgendwann ist der Bogen auch mal überspannt, größere Auflösung macht nur noch weiter bei Größeren Display Sinn, sprich denen der 6″ Smartphone wie Xperia Z Ultra oder Note 3 etc. aber auch hier allgemein reichen 5″ größer dürften die Smartphones für die Massen nicht werden. Bei 7″ fangen die Tablets an, also müssen die Hersteller jetzt auch mal stoppen…!!!:D

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    • Hallo Sam,
      deine Beobachtungen sind absolut richtig und auch nachvollziehbar. Das Xperia Z hat neben der höheren Auflösung aber einen weiteren Vorteil gegenüber dem Note 2. Das Samsung-Gerät besitzt ein 5,55 Zoll Display damit sinkt die Pixeldichte auf unter 265 ppi, während das Xperia Z 440ppi bietet. Wir sind der Meinung, dass die Marke von 300 ppi für den Durchschnittsnutzer in jeder Hinsicht perfekt sein müsste. Das Note 2 fällt deutlich unter diese Marke und das Xperia Z liegt darüber. Presst man aber die 720p Auflösung des Note 2 in ein kleineres 5 Zoll Display, dann steigt die Pixeldichte auf über 297 ppi an und ist in unseren Augen somit die perfekte Wahl für Geräte dieser Größenordnung, da es perfekte Schärfe bei minimalem CPU-Aufwand und auch Akkuverbrauch bedeutet.

      Viel größere Displays asls jetzt erwarten wir im Massenmarkt nicht mehr. Das neue Galaxy S5 wird alldings nochmals auf 5,2 bis 5,3 Zoll wachsen. Diese Marke sollte dann aber auch erstmal ausreichen. Wir sehen eher den Trend zu wieder kleineren Geräten und sind immer noch davon überzeugt, dass je nach Dicke des Randes eine Displaydiagonale von 4,3 bis 4,7 Zoll optimal für den Alltag ist. Daher sind wir sehr auf Sonys neues Xperia Z1 Compact gespannt.

      Die Pixeldichte kannst du übrigens mit dem Satz des Pythagoras selbst ausrechnen.
      Beim Xperia Z sieht die Rechnung wie folgt aus:
      1920^2+1080^2=5^2 also die Pixelzeilen zum Quadrat plus die Pixelspalten zum Quadrat gleich der Displaydiagonale zum Quadrat. So löst sich die Gleichung dann auf.
      3686400+1166400=5^2
      4852800=5^2 (jetzt die Wurzel ziehen)
      2202,907=5 (und durch die Displaydiagonale dividieren)
      =440,581 ppi

      Danke übrigens für deine Kritik! Wir genießen jegliche Kritik.

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  2. Hey danke für die Rückmeldung!
    klar, das Note 2 war jetzt hierfür auch nicht das beste Beispiel gewesen :D, ist ja quasi der größte Vertreter unter den HD Display und hat somit auch das gröbste Display. Hat mir aber so eigentlich voll ausgereicht!
    Mit der HD Auflösung stimme ich dir da aber so schon zu, für den Durchschnitts-Verbraucher reicht eine HD Auflösung bei bis zu 5″ Geräten.

    Aber für verwöhnte Full HD Junkies (wie mich) kribbelt es da früh oder später schon in den Fingern und schon hat man sich eines gekauft…!

    Viel wichtiger als der Größenwahn währen da mal eher eine bessere Akkutechnik, wenn unsere heutigen Smartphones mal nicht täglich oder jeden 2 Tag an den Strom müssten, sondern wie früher auch mal bis zu einer Woche aushalten würden, währe das schon mal wieder etwas…!

    Auf jeden Fall danke ich dir noch für deine „Satz des Pytthagoras“ Rechnung, aber ne Danke Mathe und ich sind da nicht so die größten Freunde 😉 …da benutz ich lieber so ein fertiges PPI Berechnungsprogramm im Internet.

    Macht weiter so!

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  3. Bezüglich einer tollen Laufzeit kann man zur Zeit das RAZR Maxx HD in Betracht ziehen. Auch gespannt sind wir auf das iPhone 6, dass anscheinend deutlich an Größe gewinnt. Apple hat es bisher geschafft mit einem deutlich kleineren Akku halbwegs die Akkulaufzeiten der größeren Smartphones mitzuhalten. Wir erhoffen uns da vielleicht einen ähnlichen Knaller wie beim MacBook Air 2013.
    Unter Android dürfte eine verstärkte Nutzung von Stock Android, dem eigentlichen Android auch noch leicht die Laufzeit verlängern.

    Wenn du auch in Zukunft immer auf dem Laufenden bleiben willst kannst du uns auch gerne auf Facebook liken.

    Hier ist der Link:
    https://www.facebook.com/pages/The-Technologicals/364811603595974

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