Der große Schlag? – Nokia stellt sein erstes Phablet vor.

Das Nokia Lumia 1520 gibt es in mehreren Farben! Quelle: Nokia

Das Nokia Lumia 1520 gibt es in mehreren Farben!
Quelle: Nokia

Über Jahre hinweg hat Nokia den Handy-Markt dominiert. Ein Handy nach dem Anderen wurde zum Kassenschlager und einige Modelle haben heute noch die Reputation praktisch unzerstörbar zu sein. Doch nun hat Microsoft die Hardware-Division der Finnen aufgekauft. Dennoch hat Nokia am Dienstag nochmals ein neues Flaggschiff vorgestellt.

 

Dienstag war ein harter Tag für uns. Schon morgens um 9 Startete die Pressekonferenz auf der Nokia seine neuen Smartphones und ein bis dahin praktisch schon bekanntes Tablet vorstellen wollte. Nur zehn Stunden später hielt Apple sein Herbst-Event und brachte eine ganze Reihe von Neuerungen. Den Überblick vom Apple-Event findet ihr hier.

Die Front des 1520 mit dem 6 Zoll Display.

Die Front des 1520 mit dem 6 Zoll Display. Quelle: Nokia

 

Ein neues Update für Windows Phone.

Doch zurück zu Nokia. Die letzten Jahre waren hart für den finnischen Konzern. Nokia hatte schlicht und einfach den Trend zum Smartphone verschlafen und hat es über Jahre hinweg verpasst ein ordentliches Betriebssystem für seine Geräte zu finden. Umso mehr erstaunte es, als Microsoft und Nokia bekannt gaben, dass die Finnen nun exklusiv Geräte für das damals noch unbekannte Windows Phone 7 bauen würden, ohne das damals schonunfassbar erfolgreiche Android zu beachten. Zum Ende des Jahres werden die Geräte von Nokia nun aussterben. Microsoft hat die komplette Hardware-Sparte von Nokia gekauft und wird diese weiterführen. Die enge Beziehung zwischen Nokia und Microsoft zeigte sich auch auf dem Dienstags-Event wieder. Microsoft liefert ab sofort das dritte große Update, GDR3, für sein Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8 aus und ermöglicht so den Hardwareherstellern bessere Geräte zu bauen. So unterstützt das GDR3 nun auch die Full-HD Auflösung und QuadCore Prozessoren.

 

Das 1520 ist deutlich dünner als der Vorgänger, verzichtet aber auf die 41 Megapixel Kamera. Quelle: Nokia

Das 1520 ist deutlich dünner als der Vorgänger, verzichtet aber auf die 41 Megapixel Kamera.
Quelle: Nokia

Zu groß für eine Hand.

Nicht ganz überraschend nutzt Nokia die neue Freiheit auch im neuen Top-Handy, dem Lumia 1520. Anders als die bisherigen Lumia Smartphones, die Qualcomms S4 DualCore Prozessoren nutzten, läuft das 1520 auf einem Snapdragon 800, dem neusten und potentesten Chip aus dem Hause Qualcomm. Damit ist das 1520 eines der stärksten Smartphones auf dem Markt und zieht mit Samsungs Note 3 und dem LG G2 gleich, die ebenfalls den Snapdragon 800 nutzen. Auch Auflösungstechnisch spielt Nokia nun mit den großen Jungs. Anstatt der HD-Ready Auflösung mit 720 Bildzeilen verbauen die Finnen nun ein Full-HD Display. Das Besondere am 1520 ist aber die Größe dieses Displays. Mit 6 Zoll ist das 1520 noch größer als Samsungs enorm ausuferndes Note 3 und meiner Meinung nach absolut nicht mehr als Smartphone nutzbar. Trotz der Größe liegt das 1520 gut in der Hand, wenn man große Hände hat. Das liegt vor Allem am abgerundeten Rücken und der hervorragenden Verarbeitung des hochwertigen Plastiks, das die Finnen verbauen. Doch wie schon in unserem Artikel zum Galaxy Note 3 müssen wir auch hier anmerken, dass Displaygrößen um 6 Zoll einfach zu groß sind um es anständig zu bedienen. Ich kann das Gerät so gerade noch mit einer Hand umgreifen, von einer einhändigen Bedienung ist nicht im Entferntesten zu träumen. Immerhin macht Nokia kein Geheimnis um die Größe des 1520 und bewirbt sein Flaggschiff als Phablet.

 

Tolle Hardware mit vielversprechendem Akku.

Mit 367 ppi ist das Display aber durchgehen extrem scharf und auch die Qualität des LCD-Panels ist sehr gut. Farben sehen fantastisch aus und auch die Blickwinkelstabilität ist hoch. Aber auch sonst hat Nokia alles verbaut, was technisch derzeit machbar ist. Neben Bluetooth 4.0 und NFC ist auch der neuste WLAN ac Standard mit an Bord. Sogar die neuste Ausbaustufe von LTE ist an Bord, die in Deutschland noch gar nicht verfügbar ist. Obwohl wir das Gerät schon halten konnten, war ein Test der Akkulaufzeit leider nicht Möglich. Nokia gibt aber für den 3400 mA Akku heftige 25 Stunden bei Dauertelefonie an. Sollte sich das Bewahrheiten wäre das ein fantastischer Wert.

 

Das 1520 gibt es auch mit weißem Rücken. Die 20 Megapixel-Kamera ist fantastisch. Quelle: Nokia

Das 1520 gibt es auch mit weißem Rücken. Die 20 Megapixel-Kamera ist fantastisch.
Quelle: Nokia

Bei Fotos bleibt Nokia einsame Spitze.

Ein besonderer Akkufresser wird aber die Kamera werden. Zwar löst der Knipser nicht, wie beim Lumia 1020 mit 41 Megapixeln auf, aber der Sensor umfasst immerhin 20 Megapixel, wie auch Sonys Xperia Z1. Wie das Hauseigene 1020 nutzt auch das 1520 die massive Anzahl an Pixeln um einen verlustfreien Zoom zu ermöglichen. Allerdings ist dieser beim 1520 auf eine zweifache Vergrößerung begrenzt. Das 1020 erlaubte noch einen dreifachen Zoom. Besonders gut gefallen hat uns aber wieder der optische Bildstabilisator. Selbst wenn man in die Bilder weit hereinzoomt bleibt alles extrem scharf. Gespeichert werden die Bilder mit 5 Megapixeln um diese in den sozialen Netzwerken zu nutzen, aber auch mit riesigen 16 Megapixeln bereitgestellt, um sie später am Rechner noch zu bearbeiten. Die Bilder, die das 1520 schießt sind, nach dem was wir in Innenräumen testen konnten, fantastisch scharf. In Dunkelheit sollen zwei LEDs für den Blitz sorgen. Wir hätten uns einen Xenon-Blitz gewünscht. Eine Kompaktkamera ist nicht mehr zu rechtfertigen, wenn man Nokias neusten Streich mit sich herum trägt. 

 

Das Nokia Lumia 1520 samt vorgesehenem Case. Quelle: Nokia

Das Nokia Lumia 1520 samt vorgesehenem Case.
Quelle: Nokia

Windows Phone limitiert immer noch. 

Eines fehlt dem 1520 aber schmerzlich und das ist ein Stylus. Samsung zeigt mit seinem Note, dass ein solch großes Display deutlich durch die Bedienung mit einem Stift gewinnt. Das 1520 ist schlichtweg nicht mit einer Hand zu bedienen und dann kann ich auch einen Stylus in der Hand halten um noch mehr Funktionen zu nutzen. Das Display ist groß genug um ein hervorragendes Notizbuch oder einen digitalen Zeichenblock abzugeben. Hier verpasst Nokia die Möglichkeit einen echten Hit zu landen, was allerdings an Microsofts langsamer Entwicklung von Windows Phone 8 liegen dürfte.
Wobei wir bei der Software wären. Ich persönlich mag Windows Phone 8 vor allem für das klare und simple Design. Es ist schlicht das hübscheste der Betriebssysteme auf dem Markt. Auch wenn Windows Phone noch nicht die Appvielfalt von Android oder iOS besitzt, merkt man wie viel Mühe sich Microsoft gibt vor allem beliebte Apps auch auf der eigenen Plattform zu etablieren. Mit Instagram und Vine sind erst am Dienstag wieder zwei der Top 50 Apps auf dem System erschienen. Wer nicht immer die absolut neusten Spiele braucht wird also mit Windows Phone durchaus glücklich. Allerdings hält Microsoft ebenso den Daumen über ihr System wie Apple es bei iOS tut. Widgets, offene Bootlocker, andere Launcher oder ähnliches darf man hier nicht erwarten. Windows Phone ist hübsch, schnell, aber kann nur wenig an die eigenen Vorlieben angepasst werden.

 

Kein Handy mehr, aber dennoch ein beeindruckendes Gerät.

Insgesamt hat uns das Lumia 1520 wirklich gut gefallen. Rein technisch kann man kaum etwas gegen Nokias neues Top-Model sagen. Wer auf der Suche nach einem riesigen Phablet ist und vielleicht sogar Windows-Nutzer ist, der wird mit dem 1520 glücklich werden. In jedem Fall sollte man aber vor dem Kauf das Gerät mindestens einmal in der Hand halten. Je nach Hose passt das Gerät nämlich nicht mehr in die Taschen. Das Nokia Lumia 1520 wird noch vor Weihnachten in Deutschland verfügbar sein und heftige 799€ kosten. Der Preis dürfte aber bei den Händlern deutlich günstiger angesetzt werden.

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