Android wird 5 – ein Überblick (Teil 1)

 

Mit dem G1 begann die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Android.

Mit dem G1 begann die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Android.

Android ist für Google eine klare Erfolgsgeschichte. Das mobile Betriebssystem dominiert den Smartphone-Markt und breitet sich auf immer mehr technischen Geräten, von Uhren über E-Book Readern bis hin zu Kühlschränken, aus. Am 21.Oktober hat Android nun den fünften Geburtstag gefeiert. Wir schauen zurück.

Es war das Jahr 2008. Obama wurde gerade erst zum ersten farbigen Präsident der USA gewählt und die Hoffnungen, die an ihn gebunden waren, waren riesig. Die Weltwirtschaft ging durch eine Rezension, doch von Schuldenkriese in Europa sprach noch niemand.
Ein Unternehmen hatte allerdings eine fast unvergleichliche Erfolgsgeschichte im Land der unbegrenzten Freiheit gestartet.

 

 

Der Homescreen von Android 1.0
Quelle: http://www.operating-system.org

Version 1.0

Einen großen Teil der Schuld trägt Android. Das vom Ex-Apple angestellten Andy Rubin entwickelten Betriebssystem kaufte Google bereits 2005 für einen relativ gesehenen Spottpreis von 50 Millionen US-Dollar.
Das System trug schon damals den Namen Android und wurde in Deutschland zum ersten Mal in Form des T-Mobile G1, das, wie der Name es schon sagt, exklusiv bei der Telekom erschien und von dem damals unbekannten Hersteller HTC stammte. Das T-Mobile G1 ist daher auch unter dem Namen HTC Dream bekannt.
Wir wollen euch jetzt Version für Version zeigen, was sich über die Jahre verändert hat und was gleich geblieben ist.
Auch wenn die erste Version ohne einige heute selbstverständliche Funktionen wie eine Display-Tastatur auskam kam die Version 1.0 mit einigen wichtigen Kernfunktionen.

Der GooglePlay Store (damals Android Market)
Heut zu Tage ist ein Smartphone ohne Apps nur noch sehr schwer vorstellbar, aber im Jahre 2008 war ein App-Store das Maß aller Dinge. Zwar war Googles Version am Anfang noch sehr unorganisiert, optisch wenig ansprechend und nach heutigen Maßstäben ziemlich verwaist, dennoch hatte Android damit von Anfang an eines der wohl wichtigsten Funktionen der modernen Smartphones mit an Bord.

Widgets
Wer an Android denkt, der denkt an Widgets. Diese kleinen Programme, die direkt auf dem Homescreen liegen sind ein Alleinstellungsmerkmal des Systems. Weder Windows Phone 8 noch iOS bieten ein vergleichbares System. Einziges Problem in Version 1.0, wenn man vom Mangel ausreichend starker Hardware absieht, war allerdings, dass die Entwickler noch keine eigenen Widgets erstellen durften.

Notification Panel
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Googles Betriebssystem war lange Zeit das Notification Panel. Mit einer einfachen Wischgeste konnte man schon in Version 1.0 die Statusanzeige am oberen Rand des Displays herunterziehen und bekam so eine Übersicht angezeigt, die alle Benachrichtigungen übersichtlich anzeigte. SMS, Wecker, Mails und Ähnliches waren so auf einen Blick verfügbar. iOS brauchte noch 3 Jahre, bis iOS5, um diese Funktion ebenfalls zu beherrschen.
Das Design der ersten Version war allerdings mehr als umstritten. Anders als Apples iOS wirkte Android an vielen Ecken eher sehr verspielt und nerdig. Im Gegensatz zu iOS fehlte eich eine klare durchgehende Design-Sprache. Ein Problem mit dem Android noch eine ganze Weile zu kämpfen hatte.

Der Homescreen in Android 1.1
Quelle: geeksincorporated.wordpress.com

Version 1.1

Die Version 1.1 kam bereits im Februar 2009. Neben zahlreichen Beseitigungen von bekannten Fehlern kam aber auch ein extrem wichtiges Feature zu Android hinzu. Mit so genannten OTA-Updates konnten zukünftige Updates direkt auf dem Handy installiert werden, ohne den Umweg über einen Rechner zu gehen. Die Technik hierzu stammte vom Android-Erfinder Andy Rubin, der mit seiner vorherigen Firma Danger und dessen Betriebssystem HipTop diese Funktion auf der erfolgreichen T-Mobile Sidekick-Reihe etablierte.

Der Homescreen in Android 1.5 Cupcake.
Quelle: geek.com

Version 1.5 „Cupcake“

Mit Cupcake war der Versionssprung im April 2009 deutlich größer ausgefallen. Google veränderte an vielen Stellen Kleinigkeiten im Design, doch brachte es auch einige Funktionen heraus, die das komplette System wirklich voran brachten.

Software-Tastatur
Die ersten Versionen von Android setzten eine physische Tastatur, wie beim G1, voraus. Das Tippen eines Textes auf dem Display war nicht möglich.
Mit der Version 1.5 wurde allerdings dieses Manko beseitigt. Das erste reine Touchscreen-Handy, das HTC Magic, wurde dann auch zusammen mit Cupcake auf den Markt gebracht.
Damals wie heute bietet Android zusätzlich die Besonderheit, dass auch externe Entwickler eigene Software-Tastaturen zum Download bereitstellen können. Damit konnte sich schon in Version 1.5 jeder Nutzer die Tastatur herunterladen, die ihm persönlich am Besten gefällt. Die Konkurrenz bietet dies bis heute nicht.

Widgets werden für Entwickler geöffnet
Mit Cupcake durften nun auch Entwickler endlich eigene Widgets zu ihren Apps anbieten. Dies machte die Widget-Funktion ungleich nützlicher. Es etabliert Android bis heute als das System mit dem variabelsten Homescreen auf dem Markt.

Videos
Was heute kaum vorstellbar ist war damals Standard. Weder Andoid, noch das iPhone konnten am Anfang des Jahres 2009 Videos aufnehmen. Cupcake änderte das. Ab sofort konnten Nutzer mit dem Smartphone eigene Videos erstellen und diese auch abspielen. Gleichzeitig ermöglichte Google auch den direkten Upload der Videos auf YouTube. iPhone-Nutzer mussten auf Videoaufnahmen auf das iPhone 3GS warten, das zwei Monate später veröffentlicht wurde. Ein Upload zu YouTube wurde erst möglich, nachdem Apple die eigene YouTube-App mit iOS 6 abschaffte.

Kopieren und Einfügen
Diese Funktion ist wohl eine der Nützlichsten in modernen Smartphones. Google fügte dieses Feature aber nur nach und nach ein. In Version 1.5 konnte man endlich zumindest Text aus dem Browser kopieren und an anderer Stelle wieder einfügen. In der googleeigenen Gmail-App ging das aber immer noch nicht.

Kleinere Änderungen.
Die Version 1.5 brachte natürlich auch noch eine ganze Hand voll von kleineren Neuerungen, vor Allem für Google-Dienste.
So schraubte der Technikkonzern an der Verwaltung von Mails in Googlemail, ermöglichte Uploads zum eigenen Fotodienst Picasa und synchronisierte Kontakte aus Gmail, GoogleTalk und dem Handy.

Der Homescreen in Android 1.6

Quelle: androidmag.de

Version 1.6 „Donut“

Donut sollte Android fundamental verändern und die Grundlage für den Siegeszug legen, der Android zum dominierenden System im Smartphonebereich gemacht hat. Optisch hingegen änderte sich eher wenig, doch unter der Haube hatte Google mächtig geschraubt.

Auflösungs-Freiheit
Die Verbreitung von Android-Geräten ist vor allem daran geknüpft, dass das System auf einer Vielzahl von unterschiedlichen Auflösungen läuft. Vom, zugegeben damals unvorstellbaren, 5,7 Zoll Full-HD Display, bis zum kleinen 3,2 Zoll Display samt mickriger 320×240 Auflösung ist heute praktisch alles in der Android-Welt zu finden.

Donut führte diese Funktion ein und unterstützte schon damals eine ganze Reihe von Auflösungen.

Universelle Suche
Ebenfalls neu war die Möglichkeit der universellen Suche. Tippte man etwas in die Suchfunktion ein wurde nicht nur Google, sondern auch das Gerät nach dem Suchbegriff durchsucht. So wurde es deutlich leichter Mails, Notizen, Kontakte und so weiter zu finden. Google-typisch war auch das Feature wieder offen für Entwickler, die ihre Apps so anpassen konnten, dass sie auch in der Suche angezeigt werden konnten.

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