Battlefield: Gamescom – Der Kampf um die jungen Wähler

Battlefield Gamescom

Foto Peter Tauber: Tobias Koch; Foto Hubertus Heil: Susi Knoll

In meiner letzten Kolumne habe ich mich damit befasst, dass der durchschnittliche Spieler, laut den Marktforschern der GfK und der Branchenverbandes BIU, immer älter wird.
Mit zunehmendem Alter werden die Spieler also auch als Wählerschicht immer interessanter. Da im September die Bundestagswahl ist, hat dies auch die Politik verstanden.

Die Gamescom wird so zum Schauplatz des Wahlkampfes und die Politik bleibt dennoch in Unverständnis auf Distanz.
Die Aufregung des Gamescom-Presseteams konnte man praktisch aus jeder Zeile der Pressemitteilung, die wir Pressevertreter am 22 Juni in unseren Postfächern hatten, herauslesen. 
Nach Jahren des Wartens wird nun auch die Gamescom endlich von der Regierungschefin eröffnet. Die anderen großen Messen in Deutschland werden regelmäßig von Frau Merkel besucht. Hierzu gehören auch Technik-Messen wie die Cebit und die IFA, die allerdings schon seit einigen Jahren nicht mehr mit der Gamescom mithalten können, wenn man auf die Besucherzahlen guckt. Der BIU und die Koelnmesse haben es, nach dem Wechsel von Leipzig nach Köln, geschafft die Gamescom zu einer der wichtigsten Computerspielmessen der Welt zu machen.

Doch machen wir uns nichts vor. Frau Merkel kommt nicht nach Köln um die Leistungen anzuerkennen, sondern um Wahlkampf zu betreiben. Es wirkt doch mehr als zufällig, dass die Kanzlerin selbst, so kurz vor der Wahl, nochmal schöne Bilder aufnehmen möchte und dabei stramm im „Neuland“ steht.
Frau Merkel ist dabei nicht die einzige Politikerin auf der Gamescom in diesem Jahr. Traditionell wird auch die OB von Köln wohl anwesend sein sowie jemand aus der Landesregierung.

CeBIT 2017, 20. - 24. März

Neben der Gamescom, findet gleichzeitig der Gamescom Congress statt. Anstatt der aufregenden Spiele, bunter Cosplayer und Anspielmöglichkeiten für Fans, werden hier eher über trockenere Themen wie Vertriebswege, Unternehmensführung und Engines gesprochen. 
Hier fühlt sich die Politik deutlich wohler. 
Die Generalsekretäre von CDU, FDP und der SPD, sowie die Bundesgeschäftsführer der Linken und der Grünen diskutieren mit PietSmiet, Budi von Rocket Beans und LeFloid, der sich nach seinem Kanzlerinnen-Interview nun hoffentlich kritischer zeigt, über Digitalpolitik, eSports, digitale Medien in der Bildung und Verbesserungen für die Games-Branche.
In dieser „Wahlkampf-Arena“, wie das Event betitelt ist, wird die Gamescom dann vollends zum Schlachtfeld der Politik. 
Es wird spannend sein ob und wie gut sich die Dame und die Herren in der Diskussion schlagen und wie aggressiv das Gespräch tatsächlich wird.
Okay, es ist Wahlkampf, aber ein solches Aufgebot ist wirklich nicht alltäglich. Immerhin reist die halbe CDU-Spitze von Angela Merkel über Peter Tauber und Henriette Reker, bis zu einem Vertreter der Schwarz-Gelben Landesregierung an.

Der Grund ist relativ einfach. Spieler sind noch immer relativ jung im Vergleich zum Altersdurchschnitt. Gleichzeitig werden Spieler im Schnitt auch älter, wie wir hier gemeldet haben. 

Insgesamt bedeutet dies, dass wir Spieler zum großen Teil schon wählen dürfen, aber noch nicht in einem Alter sind, wo sich eine Stammwählerschaft etabliert hat. 
Digitale Themen erfahren zudem immer mehr Aufmerksamkeit. Jeder will irgendwie nach „high-tech“ aussehen, ohne wirklich eine Ahnung zu haben. 
Bei dem ganzen Trubel ist es also wichtig, dass wir Spieler uns nicht blind in der Aufmerksamkeit sonnen, die aus der Politik nun auf uns scheint. Spieler sind nur eine von vielen Wählerschichten.

Wir, als Spieler, sollten, wie alle Wählerschichten, uns nicht auf hohle Floskeln einlassen und uns einreden lassen, dass alles doch gut ist. 
Wir haben vergleichsweise wenige Spieleschmieden und Publisher in Deutschland, zu viele Menschen halten das Spielen noch immer für „Kinderkram“ und Spiele sind noch immer nicht als Kunstform, vergleichbar zum Film, anerkannt. 
Informiert euch also genau über die Positionen der Politiker, bevor ihr im September wählt, denn eines ist nach diesem Jahr klar. Die Politik hat uns bemerkt und wir sind als Gruppe wichtig genug, dass sich die deutsche Spitzenpolitik die Klinke in die Hand gibt. Besonders die „Wahlkampf-Arena“ hat das Potential aufzuzeigen wie gut sich die Vertreter auskennen und wie die Parteien zur Branche stehen.
Also schaut euch das Battlefield:Gamescom an, denn das Wahlkampfspektakel kommt erst in 4 Jahren wieder.

                      Twitter Logo                              YouTube Logo

Facebook                    Twitter: @Techpuddle                    YouTube

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s