Google I/O – eine Zusammenfassung

Ganze dreieinhalb Stunden lang zeigte Google vor zwei Wochen woran sie im letzten Jahr gearbeitet haben.
Zugegeben, Google hatte auch viel zu zeigen. Fast alle Produkte wurden in der Präsentation angesprochen und erfahren Updates. Einzig Android blieb so gut wie komplett außen vor. Viele hatten auf eine Version 5.0 mit dem Namen Key Lime Pie gehofft. Nach nun fast zwei Jahren auf der Version 4 scheint es so, als ob Google nach der unglaublich schnellen Entwicklung der ersten Android-Versionen nun auf die Bremse drückt.

Zugegeben, Google hat für Android ein Multiplayersystem angekündigt, dass Apples Gamecenter sehr ähnelt. Im Gegensatz zu Apples Lösung läuft das Google-System aber auch plattformübergreifend. In Zukunft kann man also nun auch auf Android-Smartphones nach Achievements und Highscores jagen, um vor seinen Freunden angeben zu können. 

Der klare Star des Abends war aber Google+ und der dazugehörige Google-Account.

Der klare Star des Abends war aber Google+ und der dazugehörige Google-Account.
Jeder Nutzer, der ein Google-Konto hat, sei es bei Google Mail, Youtube, Google+ oder einen PlayStore Account auf dem Android Smartphone oder Tablet, wird nun noch stärker von Google durchleuchtet.
Die anfallenden Datenmengen werden analysiert, um das komplette Erlebnis der Google-Welt an den Nutzer anzupassen.
So werden in Zukunft auf Google-Maps die Straßen, die am wahrscheinlichsten auf der eigenen Route liegen werden von alleine großer angezeigt, als unwichtigere Nebenstraßen. Die eigenen Daten haben auch eine Auswirkung darauf, welche Lokale einem angezeigt werden und so weiter. Gleichzeitig hat Maps ein neues Design verpasst bekommen, das in Zukunft auch für alle Nutzer zugänglich sein wird und bietet nun auch die 3D-Maps, mit denen Apple ihr eigenes Kartensystem beworben hat. 

 

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Google Now bringt neben der wohl besten Spracherkennung auf dem Markt auch eine semantische Suche.

Auch die normale Google-Suche hat eine Rundum-Erneuerung erfahren. Natürlich werden auch hier die persönlichen Präferenzen in die Ergebnisse mit einfließen. Doch Google geht noch weiter und bringt das viel gelobte Google Now ins Web.
Google Now bringt, neben der wohl besten Spracherkennung auf dem Markt, auch eine semantische Suche. Sucht man zum Beispiel nach Peer Steinbrück und fragt als nächstes einfach „Wie alt ist er?“, erkennt Google automatisch den Bezug zum Spitzenkandidaten der SPD. 

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Ein weiteres großes Thema waren Bilder.


Ein weiteres großes Thema waren Bilder.
Alle Bilder, die man in Zukunft auf Google+ hochläd, werden bis ins kleinste Detail analysiert. Google erkennt Freunde und Familienmitglieder, analysiert Parameter, wie die Belichtung, den Kontrast und sogar, ob bekannte Orte im Hintergrund zu sehen sind, um dann die Bilder automatisch zu verbessern, wenn man es möchte. So beeindruckend die Demonstrationen auch waren und so gut das System auch in der Wirklichkeit funktioniert, so bedenklich wird dieses Feature die Datenschützer stimmen. Es ist schon ein wenig beängstigend, wie detailliert Google die Fotos nun analysieren kann.
Neben den Fotos hat Google nun auch endlich alle seine Dienste um Nachrichten zu senden zusammengefasst. Die neue Hangout-App ist natürlich für Android und iOS verfügbar, funktioniert aber über Google+ auch im Browser. Wirklich neu ist hierbei nicht viel. Hangout bietet aber dafür alles, was man von einer Messaging-App erwartet, samt Videotelefonie. 

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Auch Googles Browser Chrome hat einige Neuerungen verpasst bekommen.

Auch Googles Browser, Chrome, hat einige Neuerungen verpasst bekommen.
Neben neuen Formaten, um Videos und Bilder zu komprimieren, hat Google sich stark auf das Spielen im Browser fixiert und einige wirklich beeindruckende Demos gezeigt. Die Grafikqualität der Demos setzt sicherlich neue Standards im Markt.
Neben den Updates zu den bekannten Produkten führte Google mit All Access aber auch ein neues Produkt ein. Ab sofort bietet Google einen Service, der Spotify extrem ähnlich ist. Nutzer können für $10 im Monat nun Musik direkt über Google streamen. Natürlich kommt auch hier alles was Google über einen weiß zum Zuge, um dem Nutzer die Musik anzubieten, die er wahrscheinlich hören will. Diese Einbindung der Nutzerdaten nutzt Google übrigens ab sofort auch im eigenen Appstore, dem PlayStore, um den Nutzern bessere Vorschläge für Apps machen zu können.

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Für alle Android-Fans gab es zum Schluss aber dennoch ein Schmankerl.
Google gab bekannt, dass das Samsung Galaxy S4 und das HTC One ab Sommer mit Stock-Android, also dem reinen Android direkt bei Google verfügbar sein wird.
Der Preis des S4 ist mit $649 aber schon sehr happig.

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Insgesamt kann man also verstehen, dass Google so eine Mamut-Präsentation vom Stapel gelassen hat.
Doch gerade die Einbeziehung der Nutzerdaten, die den Großteil der Präsentation ausgemacht hat, ist ein wenig fragwürdig. Egal welchen Dienst man von Google nutzt, das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, dass es alle Daten analysiert, um die eigenen Dienste besser zu machen.
Klar, grundsätzlich machen das alle großen Unternehmen, aber Google zeigt nun sehr offen, wie gut der Online-Riese uns nun kennt.
Neben dem schmerzlichen Fehlen von Android fehlte aber auch Googles neustes Produkt Google Glass. Die Datenbrille soll noch dieses Jahr auf dem Markt kommen und die allgemeine Erwartung war, dass Google die neusten Details zu diesem revolutionären Projekt bekannt gibt.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei Grandcentrix in Köln bedanken, die hervorragende Gastgeber der Google I/O Extended in Köln waren.

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