Android wird 5 – Ein Überblick (Teil 4)

Das Motorola Xoom war das erste Tablet mit Android 3.0 Honeycomb Quelle: Motorola

Das Motorola Xoom war das erste Tablet mit Android 3.0 Honeycomb
Quelle: Motorola

Version 3 „Honeycomb“

Mit Honeycomb wollte Google  ganz groß in den Tabletmarkt einsteigen. Die dritte Version des Betriebssystems war dann auch exklusiv für die Rechenbretter ausgelegt und wurde wieder mit einem Gerät aus dem Hause Motorola Vorgestellt. Das Xoom wurde direkt mit Honeycomb ausgeliefert. Die Rechenleistung zog es aus einem Nvidia Tegra 2, der zwei Mal einen Ghz zur Verfügung stellte und auf einen 1GB großen Arbeitsspeicher zurückgriff. Mit dem 10,1 Zoll Bildschirm setzte Google schon 2011 die Maße für große Android-Tablets fest und Hersteller wie Samsung bieten bis heute 10,1 Zoll Tablets an.
Obwohl das Xoom generell gute Kritiken bekam konnte Google nicht einmal annähernd am Glanz des iPads kratzen, obwohl Honeycomb eine Menge an zukunftsweisenden Neuerungen brachte. Die Kunden kauften weiterhin hauptsächlich das iPad.

Komplett neues Design

Android 3 Honeycomb sah grundsätzlich anders aus als alle Versionen vorher. Bisher dominierten die Farben grün und grau in der Android-Welt, mit Honeycomb griff Google zum einen die in Gingerbread eingeführten schwarzen Elemente auf und konzentrierte sich zum anderen auf ein leichtes blau. Dieses Farbschema ist den Androiden teilweise bis zur Version 4.3 Jelly Bean erhalten geblieben und ist mittlerweile zu einem der Erkennungsmerkmale des Systems geworden. Gleichzeitig machte Google noch einige Zugeständnisse für Tablets und führte die Möglichkeit ein Apps in mehrere interaktive Elemente aufzuteilen, eine Sache die Apple seit der Vorstellung des iPads in den Apps erlaubte.
Die fundamentalen Unterschiede im Design veränderten Android so sehr, dass es für viele Laien kaum wiedererkennbar war. Nicht zum ersten Mal war Google der Realität zu weit vorausgeeilt. Honeycomb war vielen Käufern optisch zu futuristisch.

Ein neuer Homescreen

Auf dem Homescreen veränderte sich abermals eine Menge. So konnte man endlich auch alle 5 Homescreens auf einmal anschauen, eine Funktion die HTC schon lange implementiert hatte, und Widgets waren deutlich leichter zu auf dem Homescreen zu platzieren. Das lag daran, dass Honeycomb dem Nutzer nun endlich das Raster anzeigte, wenn er Widgets dort platzieren wollte.
Gleichzeitig setzte sich ein Trend fort, der sich schon mit dem Nexus S ankündigte. Honeycomb entledigte sich aller physischen Tasten. Die bis dahin bekannten Knöpfe wanderten auf das Display. Auch dieses Element ist bis heute Android erhalten geblieben.

Multitasking

Google klaute praktisch das System aus Palms WebOS und verpasste ihm nur einen neuen Anstrich. Mit einem Druck auf die neue Multitasking-Taste öffnete sich eine Ansicht aus den zuletzt geöffneten Apps. Anders als in Gingerbread wurde nun aber nicht mehr nur das Icon angezeigt, sondern auch ein kleines Vorschaubild dargestellt. Wollte man eine App schließen wischt man diese einfach von dem Bildschirm. Um fair zu bleiben sollte man aber erwähnen, dass Google Web OS nicht alleine nachgemacht hat. Auch Windows Phone und ganz besonders iOS 7 nutzen ein ähnliches System.

Der große Fallstrick für Honeycomb waren aber Bugs und einige Probleme in der Bedienung. Honeycomb wirkte in der Version 3.0 eher wie eine Beta. Der Android Market, so wie eine Menge der Apps, stürzten regelmäßig ab. Gleichzeitig fehlten wichtige Funktionen, wie das Herunterziehen der Statusbar am oberen Bildschirmrand um die Übersicht der Benachrichtigungen aufzurufen. Diese Funktion existierte schon in Version 1.0 und konnte jetzt in der rechten unteren Ecke wiedergefunden werden. Auch Performancetechnisch hing Honeycomb hinterher, ein Problem, das Android noch eine ganze Weile plagen sollte.
Das größte Problem, das Honeycomb schlussendlich zu Boden zwang war die Appvielfalt. Zwar konnten Apps, die für ältere Android Versionen programmiert wurden ausgeführt werden, aber kaum ein Entwickler machte sich die Mühe die eigene App auf die neue Displaygröße anzupassen. Als Resultat bekam der Nutzer nur aufgeblähte Telefon-Apps zu sehen und gewann durch die Nutzung eines größeren Bildschirms keine Funktionalität. Bis heute muss sich Google in diesem Feld Apples iPad geschlagen geben.

Mit Version 3.1 führte Google dann die Möglichkeit ein Widgets in der Größe anzupassen ein und merzte einige Fehler aus. Die Version 3.2 brachte dann gar keine neuen Funktionen, aber stopfte eine Menge Löcher im Code des Betriebssystems.

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