Samsung – das neue Apple? (Update!)

Samsung ist der größte Smartphonehersteller der Welt.
Die Verkaufszahlen explodieren und fast jedes zweite Android-Handy, das verkauft wird, kommt vom Giganten aus Südkorea, dessen Profit, wenn man das letzte Quartal als Referenz nutzt, mit über 80 Milliarden US-$ im Jahr mehr als 7% des Südkoreanischen BIP entspricht.
Selten wurde um ein Unternehmen ein solcher Hype gemacht.
Während die große Begeisterung für Apple abflaut schein Samsung nun zur Stelle zu sein um den Platz an der Sonne einzunehmen.
Wir versuchen mal zu umreißen was dieser Megakonzern ist und welche Aussichten er uns bei der Präsentation des neuen Flaggschiff-Smartphones auf die Zukunft gewährt hat.
Wird Samsung jetzt das neue Apple?

Den Erfolg hat sich Samsung kontinuierlich erarbeitet.
Das als kleines Exportunternehmen gegründete Samsung stieg schon in den 50ern in das Versicherungsgeschäft ein und baut seit den 70ern Fernseher und ist neben dem Waffen auch in der Chemiebranche und im Hoch-/Tiefbau tätig.
1983 stieg das Unternehmen zusätzlich in das PC-Geschäft ein.
Doch erst zum Anfang des jetzigen Jahrtausends erreichte Samsung große Macht. Anders als manche Konkurrenz war Samsung führend bei den Flachbildfernsehern und lieferte die große Mehrheit der Komponenten aus dem ersten iPhone.
2009 kam dann mit dem Samsung I7500 das erste Smartphone der Koreaner auf den Markt, das auf dem Android-Betriebssystem lief.
Seitdem ist Samsung kaum mehr zu bremsen und dominiert die Smartphone-Szene so stark, dass sogar vermeintliche Verbündete jetzt aufhorchen, wie wir hier berichteten.

Die letzten Jahre lang kämpfte Samsung hartnäckig gegen Apple
und feierte große Erfolge mit einem stetig wachenden Marktanteil.
Hierbei halfen besonders günstigere Smartphones.

Die letzten Jahre lang kämpfte Samsung hartnäckig gegen Apple und feierte große Erfolge mit einem stetig wachsenden Marktanteil.
Hierbei halfen besonders günstigere Smartphones.
Der jetzige Hype um Samsung ist in der Galaxy S Reihe gewurzelt. Für viele gilt das Galaxy S3 vom letzten Jahr als das beste Handy im Jahre 2012.
Schaut man in die Kommentarsektoren der Technikforen zeigt sich, dass der große Krieg nicht mehr Apple vs. Android, sondern Apple vs. Samsung ist.
Wie dominierend Samsung in der Androidlandschaft ist haben wir hier versucht zu zeigen.
Dieser Hype konnte sich in den letzten Jahren unter anderem auch aufbauen, weil Samsung immer wieder überrascht hat. Das erste Galaxy S konnte als eines der wenigen Handys mit dem iPhone 4 mithalten und bot damals schon ein größeres Display als das Produkt der Jungs aus Cupertino. Das S2 wuchs nochmals und hatte eine tolle Hardware und das S3 brachte neben dem brachialen Exynos 4 Quadcore-Prozessor auch viele Software-Features und ein riesiges Display.

 

 

 

Schaut man in die Kommentarsektoren der Technikforen zeigt sich,
dass der große Krieg nicht mehr Apple vs. Android, sondern Apple vs. Samsung ist.

Jedes neue Galaxy S – Handy brachte zudem ein neues Design und war klar vom Vorgänger zu unterscheiden.
Apple hingegen fährt seit je her seine „Tik, tok“ Strategie, bei der nur alle zwei Jahre ein neues Design eingeführt wird.
So hat sich das Design zwischen dem iPhone 4 und dem iPhone 4S nur marginal verändert. Die Hardware im Inneren des Smartphones war aber komplett überarbeitet.
Mit dem Galaxy S4, dass Samsung am 14.03. vorgestellt hat schlägt aber auch Samsung anscheinend eine ähnliche Route ein und wird so von der strategischen Aufstellung her Apple schon ein wenig ähnlich. Das äußere Design des S4 ähnelt dem des Vorgängers schon sehr stark. Ein wenig mehr Power, eine bessere Kamera und ein besseres Display. Große Überraschungen gab es beim S4 nicht.

 

 

 

Große Überraschungen gab es beim S4 nicht.

Sollte sich Samsung wirklich einmal von Android lösen und der Konzern seine eigenen Geräte vom Fernseher bis zum Kühlschrank konsequent vernetzen, könnte Samsung zum Apple 2.0 werden?
Samsungs Vorteil bei der Vernetzung ist in jedem Fall, dass sie fast alles alleine herstellen können und nicht so sehr von Zulieferern abhängig sind, wie Apple es ist.
Den Weg der Vernetzung scheint Samsung mit Home Sync bereits eingeschlagen zu haben. Wie schnell Samsung alles aus „einer Hand“ anbieten kann bleibt aber abzuwarten.

Trotz der anscheinenden Veränderungen und Angleichungen der strategischen Ausrichtungen wir Samsung wohl nicht die Hypewelle der Marke Apple erreichen können. Zu viel hing bei Apple am Kult um die Person von Steve Jobs und eine solche Person kann Samsung nicht aufweisen.
Die Koreaner bedienen sich also vielleicht ein wenig bei Apple, aber ein zweites Apple wird es sicherlich nicht.

 

 

 

Trotz der anscheinenden Veränderungen und Angleichungen der strategischen Ausrichtungen wir Samsung wohl nicht die Hypewelle der Marke Apple erreichen können.

Hierfür unterscheiden sich die Probleme der Unternehmen zu sehr.
Samsung muss zum Beispiel darauf achten, dass sie beim Thema Design, Materialien und Verarbeitung zulegen. Auf einem Markt auf dem die Konkurrenz durchgehen auf hochwertige Materialien und ausgetüfteltes Design im High-End Bereich setzt könnte es für Samsung schwer werden weiterhin Smartphones zu einem Listenpreis von über 700€ anzubieten. 
Gleichzeitig muss Samsung es aber auch schaffen die eigenen Geräte konsequenter zu Vernetzen. Als starker Spieler im Fernseher und Smartphonemarkt könnte Samsung das tun, was viele von Apple erwarten. 

 

 

 

Das einzige große Problem ist die große Abstinenz von Medieninhalten, die Samsung vertreibt. Dieses Loch muss Samsung schließen.

Samsungs größtes Problem beim Vernetzen dürften aber die Inhalte sein. Apple hat schon jetzt ein ungeheures Angebot von Musik, Filmen, Apps, Büchern etc. über seine iTunes Platform zur Verfügung. Samsung hat hier noch keine eigene Alternative. Gerade diese Einkaufsmöglichkeiten sind aber reine Geldmaschinen und mittlerweile unablässig für moderne Smartphones. Auch die Abgrenzung von Android könnte positiv für Samsung sein. Kaum ein Kunde ist interessiert daran, ob nun Android mit Touchwiz-Oberfläche, oder Touchwiz OS auf Androidbasis läuft. Ehrlich gesagt werden viele Leute nichtmal den Unterschied verstehen, weil sie nicht tief genug in der Materie verankert sind. 
Samsung wäre aber in Zukunft viel unabhängiger von Google. Das einzige große Problem ist die große Abstinenz von Medieninhalten, die Samsung vertreibt. Dieses Loch muss Samsung schließen.
Apple hat hingegen ganz andere Probleme. Das System Apple ist darauf aufgebaut, das alles perfekt aufeinander abgestimmt ist. Eine plötzliche Veränderung in der Auflösung bedeutet immer, dass entweder Apps nicht perfekt auf dem Display dargestellt werden müssen, oder die Entwickler die Apps anpassen müssen. Bis jetzt hat sich Apple immer sehr vorsichtig verhalten, wenn es um Veränderungen am Display geht. Dieses Vorgehen hindert Apple bis jetzt auch daran mehrerer iPhones zur gleichen Zeit anzubieten.

Apple hat eine Tradition als Premiumhersteller, der durch einen Hype plötzlich in den Mainstream geraten ist. Sollte Apple wirklich versuchen im Mainstream zu bleiben und sich nicht mit 15% Marktanteil zufrieden geben, dann muss Apple vom Gedanken abrücken allen Kunden das bestmögliche Erlebnis in einem Gerät liefern zu können.

 

 

 

Sollte Apple wirklich versuchen im Mainstream zu bleiben
und sich nicht mit 15% Marktanteil zufrieden geben,
dann muss Apple vom Gedanken abrücken allen Kunden
das bestmögliche Erlebnis in einem Gerät liefern zu können.

Das iPhone 5 ist für den Durchschnitt der Bevölkerung wahrscheinlich das beste Handy des letzten Jahres, aber Samsung schafft es fast jede Zielgruppe mit einen eigenen Modell anzusprechen, dass besser zu dieser Zielgruppe passt. 
Apple muss unbedingt am Betriebssystem iOS schrauben. Seit nunmehr 5 Jahren hat sich kaum etwas an der Oberfläche getan. Der durchaus starke Prozessor des iPhone 5 wird so gut wie kaum vom Betriebssystem gefordert. Ein Vorteil dieser langsamen Entwicklung ist, das die neuste Software, iOS6, auch noch auf dem 3,5 Jahre alten iPhone 3GS läuft. 
Trotzdem muss Apple darauf hoffen, dass der Chef-Designer Jong Ive, der nun auch für die Software verantwortlich ist einiges verändert. 
Ein weiteres Problem für Apple sind die Zulieferer. Immer wieder gibt es Engpässe oder Qualitätsmängel. Zugleich versucht Apple so wenig Komponenten wie möglich von Samsung kaufen zu müssen. Apple sitzt zur Zeit auf einem unvorstellbaren Berg von Geld und sollte einen beachtlichen Teil in die eigene Infrastruktur stecken. 

 

 

 

Apple muss unbedingt am Betriebssystem iOS schrauben.
Seit nunmehr 5 Jahren hat sich kaum etwas an der Oberfläche getan.

Ein anderer großer Teil sollte in die Entwicklung und Forschung gehen. In den letzten Jahren stand Apple für Innovation. iPhone, iPad, der Trend zu extrem hochauflösenden Displays in der Hosentasche, all diese Trends wurden von Apple gesetzt. 
Nun scheint es aber so, als wenn dem Konzern die Ideen ausgehen. 

Sieht man also die Probleme der beiden Giganten, so wird einem klar, dass Samsung keines Falls ein Apple 2.0 ist.
Ehrlich gesagt besitzen beide das, was dem anderen fehlt.
 

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