Facebook Paper – Revolutionär neu, fundamental besser

 

Das Logo der neuen Paper App von Facebook.

Das Logo der neuen Paper App von Facebook.

Facebook hat in den letzten Jahren viele Versuche gestartet auf Smartphones Fuß zu fassen. Die Apps des sozialen Netzwerks sind allerdings alles andere als beliebt. Die Facebook-App heimst in Apples AppStore eine unterirdische Bewertung von zweieinhalb von fünf Sternen ein. Doch jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Warum Facebook Paper vielseitiger, intuitiver und einfach besser ist zeigen wir euch hier.

 

 

Die aktuelle Facebook-App erhält keine guten Bewertungen.

Die aktuelle Facebook-App erhält keine guten Bewertungen.

Die letzten Quartalszahlen, des größten sozialen Netzwerks der Welt könnten es nicht besser aufzeigen, wie wichtig der Smarphone-Markt für das Unternehmen ist. Zum ersten Mal verdienten die Kalifornier auf mobilen Endgeräten mehr Werbeeinnahmen, als in der klassischen Browseransicht. Doch die App des Unternehmens ist gleichzeitig die Unbeliebteste des Unternehmens. Mit zweieinhalb von fünf Sternen hinkt die Facebook-App anderen Apps des Unternehmens, wie Instagram, dass viereinhalb Sterne einheimst, deutlich hinterher (Stand 03.02.2014). 
Auch auf der Android-Plattform sieht die Lage nicht besser aus. Mit Facebook Home versuchte das Aktienunternehmen im letzten Jahr eine Rundumlösung anzubieten und brachte zusammen mit HTC sogar ein eigenes Facebook-Handy, das HTC First, auf den Markt. Sowohl das Smartphone als auch die App, die Android gehörig umkrempelte, waren katastrophale Misserfolge. Doch nun wagt das Zuckerberg-Imperium einen neuen Versuch und veröffentlichen Facebook Paper. 

Eine Bild, dass das WIRED-Magazine mit einem Link zu einem Artikel auf Facebook gepostet hat. Quelle: WIRED.com via Facebook

Eine Bild, dass das WIRED-Magazine mit einem Link zu einem Artikel auf Facebook gepostet hat.
Quelle: WIRED.com via Facebook

 

Mehr iOS 7 vom ehemaligen Apple-Designer.

Die App ist das erste Projekt der „Creative Labs“, die gezielt dazu gegründet wurden, um neue Wege zu gehen. Neue Wege sind hier dann auch das richtige Stichwort. Bereits beim ersten Start der App erinnert herzlich wenig an den bekannten Facebook-Stil. Der „Paper“ Schriftzug ist mit einer sehr leichten Version des Helvetica Neue Fonds geschrieben, kein Vergleich zur dicken Schrift, die man vom herkömmlichen Facebooklogo kennt. Vielmehr erinnert es an die Schrift, die Apple im aktuellen iOS 7 nutzt. Kein Wunder, sitzt doch mit Mike Mantas ein Designer hinter der App, der schon am ersten iPhone und am Interface der Firma Nest werkelte, bevor Nest für 3,2 Milliarden Dollar an Google ging. 

Die neue Kartenansicht in Facebook Paper.

Die neue Kartenansicht in Facebook Paper.

 

Ein neues Konzept für Optik und Bedienung.

 

Die Bedienung hat Facebook grundlegend verändert. Während man in der herkömmlichen App mit einer Kombination aus Wisch- und Antippgesten navigiert, ist Paper fast ausschließlich durch Wischen zu steuern.Insgesamt wirkt die Bedienung dadurch deutlich flüssiger und die App kann auch einfach mal „nebenher“ bedient werden, da man sich nicht mehr darauf konzentrieren muss einzelne Elemente auf dem Bildschirm gezielt anzutippen. Eine Ausnahme hiervon bildet natürlich die Tastatur.
Das Design der App ist, bedingt durch den neuen Schwerpunkt auf Gesten, ebenfalls fundamental überarbeitet. Einige Elemente scheinen aus dem erfolglosen Facebook Home zu stammen, andere sind absolut neu. Der Newsfeed, den man sich seit je her von unten nach oben über den Bildschirm scrollen kann, ist grundsätzlich überarbeitet und kaum wieder zu erkennen. Statt der vertikalen Anordnung sind die Posts der Freunde nun horizontal in einzelnen Karteikarten organisiert. Der Vorteil dabei ist, dass Bilder oder verlinkte Inhalte immer am gleichen Ort erscheinen, was abermals die Bedienung vereinfacht. Ein Nachteil am neuen Konzept ist uns allerdings auch schon aufgefallen. Stalkt man sich fröhlich durch seine Freundesliste und öffnet deren Profile hintereinander, kann die neue Kartenansicht doch sehr komplex werden.

Manchmal kann Facebook Paper auch unübersichtlich werden.

Manchmal kann Facebook Paper auch unübersichtlich werden.

Mit Paper will Facebook nun auch zur Zentrale für Nachrichten aller Art werden.

Auch das eigene Facebook-Konto ist kaum wieder zu erkennen. Wie auch bei allen anderen Themen werden einzelne Ereignisse in einer kleinen Kartenansicht auf der unteren Hälfte des Bildschirms angezeigt. Diese lassen sich nach links oder rechts schieben. Tippt man eine Karte an oder zieht man sie einfach nach oben, nimmt der Post den ganzen Bildschirm ein und die obligatorischen „Like“, „Comment“ und „Share“ Button erscheinen.
Doch Paper will mehr sein als nur eine Facebook-App und orientiert sich dabei an Apps wie Flipboard. So zeigt die neue App nun auch Nachrichten an, die direkt von einer Redaktion ausgesucht werden. Hierbei geht es aber weniger um das gezielte inhaltliche Aussuchen von Artikeln, als vielmehr das Organisieren von Artikeln anhand deren Beliebtheit in dem Netzwerk. Nie zuvor hat Facebook sich so für Inhalte anderer Anbieter eingesetzt, wie in der neuen App. Man selbst legt schlicht Themengebiete an, die einen interessieren.
In der Nachrichtensektion arbeitet Facebook nach eigenen Angaben mit über 40 Verlagen zusammen, um Inhalte bereit stellen zu können. Hier finden sich illustre Medien wie die New York Times, CNN oder Reuters. Erweckt eine Nachricht besonderes Interesse, reicht abermals ein Antippen oder eine Wischgeste nach oben und der Artikel entfaltete sich wortwörtlich auf dem Bildschirm.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die beste App aus dem Hause Facebook und das auch noch werbefrei.

Insgesamt merkt man Paper an, dass das Unternehmen generell überdacht hat, wie Nutzer mit der App umgehen. Fast alles lässt sich mit Wischgesten bedienen. Das vereinfacht die Bedienung ungemein und sollte gerade Neulingen in der Smartphonewelt zu Gute kommen. Eine Wischgeste nach unten bringt einen so in eine Übersicht zu seinem eigenen Account. Von dort aus lassen sich die einzelnen Sektionen bearbeiten, die Einstellungen und Informationen des eigenen Kontos ändern, suchen, oder auch einen neuen Post schreiben.
Facebook Paper wirkt deutlich leichter und aufgeräumter, als die bisherige Facebook-App. Zusammen mit der neuen Bedien-Philosophie aus Wischgesten fühlt sich Paper deutlich intuitiver und schneller an als alles, was wir bisher aus dem Hause Facebook zu Gesicht bekommen haben. Es ist schlichtweg kein Vergleich und die herkömmliche App fühlt sich schon nach kurzer Zeit einfach rückständig an.
Facebook scheint zudem realisiert zu haben, dass ihr Netzwerk für viele Nutzer mehr ist als nur ein Ort zum austauschen von Katzenfotos ist. Nachrichtenmedien werben immer häufiger aktiv dafür, dass man die Inhalte auch auf Facebook teilt und die Kalifornier machen sich dies nun zu Nutzen. Ich habe die App nun schon ein paar Tage testen können und habe mittlerweile die herkömmliche Facebook-App gelöscht. Sowohl Anmutung, als auch Bedienkonzept wirkten schlichtweg veraltet. Eine wirkliche Alternative zu Flipboard ist Paper aber noch nicht. Facebook bietet schlicht zu wenig Nachrichtenquellen für meinen Geschmack, aber das kann ja noch werden.
Wer nur einen einzigen Grund wissen will, warum man Facebook Paper ausprobieren sollte, dem sollte noch die Information an die Hand gegeben werden, dass man mit der App keine Werbung mehr angezeigt bekommt. 

 

 

Achtung: Facebook Paper ist derzeit exklusive für das iPhone und nur über den US-AppStore erhältlich. Wie deutsche iPhone-Nutzer dennoch an die App herankommen zeigen wir euch hier.

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2 Gedanken zu „Facebook Paper – Revolutionär neu, fundamental besser

  1. Pingback: Das neue Facebook-Werbekonzept kann teuer für die Nutzer werden. | thetechnologicals

  2. Pingback: Facebook hört demnächst zu. – iPhone-Nutzer haben aber eine Alternative. | thetechnologicals

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